Statistik

Viele Flüchtlinge in Herne stammen aus Syrien

Foto: dpa

Herne.   Rund zwei Drittel aller in Herne lebenden Geflüchteten stammen ausdem Bürgerkriegsland. Die ersten Bewohner ziehen ins Barbaraheim ein.

Die Zahl der Geflüchteten, die es schaffen, bis nach Deutschland zu gelangen, nimmt dramatisch ab. Im vergangenen Jahr suchten nur noch 280 000 Menschen Schutz in der BRD, ein Jahr zuvor waren es noch 890 000 gewesen. Entsprechend geht auch die Statistik für Herne längst nicht mehr so steil nach oben wie es 2015 der Fall war.

Das im März 2016 zwischen der EU und der Türkei unterzeichnete Flüchtlingsabkommen hat es Asylsuchenden erheblich erschwert, nach Europa zu gelangen. Die Türkei nimmt alle in der Ägäis aufgegriffenen Bootsflüchtlinge auf, gleichzeitig darf sie nur einen begrenzten Anteil in die EU weiterziehen lassen.

Auch auf Herne hat das konkrete Auswirkungen. Lebten hier vor einem Jahr gut 2000 Geflüchtete, sind es mittlerweile zwar insgesamt 3745. Doch die Zahlen waren Anfang 2016, vor dem Abkommen mit der Türkei, als weitaus höher prognostiziert worden.

Viele Unterkünfte sind bereits geschlossen

Rund zwei Drittel aller Flüchtlinge in Herne stammen aus dem Bürgerkriegsland Syrien, insgesamt 2375 an der Zahl. Es folgen die Staaten Türkei (187), Serbien (157), Irak (154), Afghanistan (142) und Albanien (108).

Inzwischen ist – wie berichtet – die Notunterkunft des Landes für Flüchtlinge an der Dorstener Straße geschlossen worden, die Großeinrichtung war für bis zu 1000 Asylbewerber errichtet, aber immer nur zu einem Bruchteil genutzt worden.

Schnelle Reaktion auf steigende Flüchtlingszahlen

Auch die Flüchtlingsunterkunft an der Dorstener Straße wurde zum Jahreswechsel freigezogen. Das Land will die Einrichtung allerdings noch ein gutes halbes Jahr als Reserve bezugsfertig halten. Sollten die Flüchtlingszahlen wieder steigen, könnte das Land auf diese Weise schnell reagieren und die Einrichtung wieder in Betrieb nehmen.

Geschlossen wurde jetzt auch die Notunterkunft des Landes in der Görresschule in Röhlinghausen. Bis zu 150 Menschen könnten hier untergebracht werden.

40 Menschen kommen pro Woche

In der vergangenen Woche sind die ersten Flüchtlinge ins Barbaraheim an der Ackerstraße in Wanne-Süd eingezogen. „Da es täglich Zuweisungen gibt und die Herkunft vorher nicht bekannt ist, können vorab keine genauen Angaben gemacht werden“, erklärt Stadtpressesprecher Horst Martens zu den Herkunftsländern der Flüchtlinge. Pro Woche würden voraussichtlich 40 Menschen einziehen – zunächst erst einmal bis Anfang März. Weitere Zuweisungen erfolgen laut Martens nach erneuter Absprache mit der Bezirksregierung in Arnsberg.

Die Flüchtlinge, die schon ins Barbaraheim eingezogen sind, kommen aus Staaten wie Tadschikistan, Kirgistan, Nigeria, Eritrea, Irak, Russische Föderation und Aserbeidschan.

>> INFO

Zu den in Herne lebenden Flüchtlingen, die in dieser Statistik auftauchen, gehören Menschen, die vom Bundesamt für Migration als Flüchtlinge anerkannt wurden. Des weiteren Geflüchtete, die Asyl beantragt haben; Ausreisepflichtige, deren Abschiebung ausgesetzt wurde und sogenannte „subsidiär Schutzbedürftige“, also solche, in denen im Heimatland eine große Gefahr droht, wie zum Beispiel in Syrien.

Die Gesamtzahl der Flüchtlinge beinhaltet auch Menschen, die als Flüchtlinge anerkannt sind, schon ganze lange in Herne wohnen (in ganz normalen Wohnungen) und hier eine neue Heimat gefunden haben.

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