Kriminalität

Polizei im Ennepe-Ruhr-Kreis meldet viel weniger Einbrüche

Die Polizei sorgte mit einem Großeinsatz in Niederwenigern für einen Rückgang von Einbrüchen.

Foto: Ralf Rottmann

Die Polizei sorgte mit einem Großeinsatz in Niederwenigern für einen Rückgang von Einbrüchen. Foto: Ralf Rottmann

Hattingen.   In den ersten Monaten 2017 sind die Einbrüche im EN-Kreis um die Hälfte zurückgegangen. Nach einer Serie in Niederwenigern gibt es Verdächtige.

Das Beratungsangebot der Polizei zur Einbruchsprävention ist derart nachgefragt, dass es bereits Wartezeiten gibt. Die verstärkte Sensibilisierung der Bevölkerung ist laut Behörde auch auf die Öffentlichkeitskampagne der Polizei zurückzuführen. Ein Teil davon: das Einbruchsradar, das es seit einem Jahr gibt. Erfreuliche Folge: In diesem Jahr gibt es bisher 50 Prozent weniger Einbrüche und Einbruchsversuche als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Eine Häufung von Einbrüchen gab es zu Beginn des Jahres in Niederwenigern und Niederbonsfeld. Das trieb die bei der Polizei gemeldeten Delikte in dieser Zeit deutlich nach oben. 163 Einbrüche (davon 73 Versuche) wurden zum Beispiel kreisweit (ohne Witten) im Januar gezählt – der mit Abstand höchste Wert seit einem Jahr.

Großeinsatz in Niederwenigern

„Diese Serie fand nach einem Großeinsatz der Polizei gegen Wohnungseinbrüche ihr Ende“, erklärt Polizeihauptkommissar Oliver Menden. Im Einsatz waren uniformierte und zivile Beamte, zahlreiche Personen und Fahrzeuge wurden kontrolliert. Inzwischen konnte auch ein Verdächtiger ermittelt werden. Konkretisieren will Menden die Ergebnisse aber nicht, da das Verfahren noch laufe.

„Derzeit lässt sich keine Häufung von Einbrüchen an bestimmten Stellen ausmachen“, fasst der Polizist zusammen. Auch die Einbruchszahlen sanken deutlich – auf kreisweit noch 51 (davon 27 Versuche) im Februar – einer der niedrigsten Werte des vergangenen Jahres. Schwierig ist aber häufig die Aufklärung. Die Quote bewegt sich zwischen elf und 33 Prozent.

Oliver Menden betont: „Eine Kultur des Hinsehens und Handelns macht es den Dieben schwer.“ Verdächtige Personen oder Geschehnisse sollten Bürger sofort der Polizei unter 110 mitteilen, appelliert er. „Hierdurch erhöht ein jeder die Sicherheit für sich und sein Eigentum sowie natürlich auch die Sicherheit der Nachbarn.“

Einbruchsradar schärft das Bewusstsein

Ein Instrument, das Bewusstsein zu schärfen, ist seit einem Jahr das Einbruchsradar. Das zeigt, in welchem Bereich in der vergangenen Woche Einbrüche verübt oder versucht wurden. Wichtig ist aber die Vorbeugung in den eigenen vier Wänden: „Das beginnt beim Schließen der Fenster und Türen, auch wenn man nur kurz weg ist, und endet bei Sicherungsmaßnahmen, die den Widerstand beim Versuch eines gewaltsamen Eindringens von außen erhöhen“, erklärt der Experte. Denn Täter haben es eilig und nutzen jede günstige Gelegenheit.

Auch das Vertrauen der Menschen werde noch viel zu oft ausgenutzt, um Gewohnheiten und Abwesenheitszeiten auszukundschaften. „Selbst die nette Urlaubsbekanntschaft, mit der man Adressen für ein späteres Wiedersehen austauscht und welche ganz selbstverständlich über die Dauer des Aufenthalts in Kenntnis gesetzt wird, kann letztlich zur Falle werden“, mahnt Menden zur Vorsicht.

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