Margarethenhöhe

Falsche „Telekom-Mitarbeiter“ ziehen von Haus zu Haus

Vorsicht: Die Polizei warnt vor Haustürgeschäften wie in dieser gestellten Szene. Und niemals sollte man Fremde in die Wohnung lassen. Foto:Kerstin

Foto: Essen

Vorsicht: Die Polizei warnt vor Haustürgeschäften wie in dieser gestellten Szene. Und niemals sollte man Fremde in die Wohnung lassen. Foto:Kerstin Foto: Essen

Essen-Margarethenhöhe.   Unbekannte versuchen, Anwohnern in der Straße „Im stillen Winkel“ Unterschriften abzuschwatzen. Ein mögliches Motiv: die Lage ausbaldowern.

Irritationen vor einigen Tagen auf der Margarethenhöhe. In der Straße „Im stillen Winkel“ waren dubiose Gestalten von Haus zu Haus unterwegs, um den Anwohnern Verträge von der Telekom aufzuschwatzen. Geglückt ist das den Unbekannten nicht, soviel bislang bekannt ist. Gleichwohl aber warnt die Polizei vehement und grundsätzlich davor, an der Haustür „Geschäfte“ zu machen. „Und niemals sollte man Fremde in die Wohnung lassen“, so Sprecher Marco Ueberbach.

Enkeltrick oder falsche Wasserwerker, vermeintliche Mitarbeiter von Polizei, Telefon- oder Stromanbietern, Anrufe von „verschollenen Verwandten“. Die Liste ist lang, die Ideen sind zahlreich, mit denen sich Ganoven das Vertrauen der Menschen erschleichen wollen. Einer wie Michael Kreuzfelder ließ sich indes nicht übers Ohr hauen. Der 37-Jährige lebt mit seiner Familie „Im stillen Winkel“ und bekam dieser Tage ebenfalls unerwarteten Besuch. Zwei unbekannte Männer legten ihm einen „Auftrag zum Anbieterwechsel“ vor, „denn nur mit der neuen Glasfasertechnik der Telekom könne ich auch weiterhin sehr schnelles Internet nutzen“.

Kreuzfelder ahnte, was kam, machte sich aber einen Spaß daraus, die beiden Männer reden zu lassen, die ihm eine Art Ausweis und ein unterschriftsreifes Papier mit einem offiziell anmutenden Telekom-Impressum präsentierten. Adresse, Telefonnummer, eine Kündigungsbestätigung des bisherigen Anbieters – mehr nicht. „Kontodaten etwa wollten sie gar nicht wissen, so dass ich ehrlich gesagt gar nicht wirklich weiß, was sie selbst mit einem unterschriebenen Papier hätten anfangen können.“

Möglicherweise ging es den Fremden, die wenig später mit einem „Eon-Mitarbeiter“ gesehen wurden, aber um etwas anderes. „Vielleicht“, mutmaßte Kreuzfelder, „wollten sie zunächst meine Wohnsituation ausbaldowern“. Eine Vermutung, die auch Polizeisprecher Ueberbach für durchaus wahrscheinlich hält. „Oft gibt es Vorabbesuche. Betrüger wollen herausfinden, wo sich ein zweiter Besuch mitunter lohnen könnte.“

Zwar seien „Enkeltrick und Co.“ im Grunde jedem bekannt, immer wieder aber würde es Unbekannten gelingen, Menschen auf dem falschen Fuß zu erwischen. „Oft machen sich Gauner auch aktuelle Ereignisse zu Nutze und bauen zudem Druck auf die Anwohner auf.“

Kriminelle Energie

Kriminelle Energie und auch Fantasie seien schier grenzenlos, so dass man letztlich niemandem trauen könne. Natürlich rät die Polizei dazu, sich einen Ausweis zeigen zu lassen. Ausweise aber können gefälscht werden, zumal doch kaum jemand weiß, wie echte Dokumente von Polizei, Telekom oder Stadtwerken aussehen. Marco Ueberbach: „Ich bestelle mir doch die Leute ins Haus, wenn’s irgendwo Probleme gibt. Dass Handwerker oder Polizei von sich aus anklingeln, ist selten.“ Wer sich unsicher ist, sollte den Polizei-Notruf wählen oder eine selbst recherchierte Nummer von Telekom oder Stadtwerken anrufen. Seriöser Besuch, den es durchaus auch gibt, hat dafür Verständnis – und wartet draußen vor verschlossener Tür.

Seite
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik