Wohnungseinbrüche

Polizei-Computer sagt Einbruchs-Risiko in Essen voraus

Mit der LKA-Software „Skala“ wird vorausgesagt, wo die Gefahr von Einbrüchen akut besonders hoch ist. Die Essener Polizei kann dann mit Straßenkontrollen, verstärkter Präsenz und Ermittlungen vor Ort reagieren.

Foto: Kai Kitschenberg

Mit der LKA-Software „Skala“ wird vorausgesagt, wo die Gefahr von Einbrüchen akut besonders hoch ist. Die Essener Polizei kann dann mit Straßenkontrollen, verstärkter Präsenz und Ermittlungen vor Ort reagieren. Foto: Kai Kitschenberg

Essen.   Eine speziell entwickelte Software des Landeskriminalamtes gibt jetzt genaue Vorwarnungen für Essen, wo Einbrecher wieder zuschlagen könnten.

Ein Computer des Landeskriminalamtes (LKA) sagt jetzt in Essen die möglichen Tatorte der nächsten Einbrüche voraus. Die Vorwarnungen können sich exakt auf einzelne Viertel und Straßenzüge beziehen.

Die vom LKA entwickelte Software „Skala“ soll die Kommissare frühzeitig auf die richtige Fährte setzen. Das Computer-Programm errechnet jede Woche, wo im Essener Stadtgebiet die Gefahr von Einbrüchen in den nächsten Tagen besonders hoch sei. Der aktuelle Datensatz wird jeden Montag an das Essener Polizeipräsidium übermittelt, um Abwehrmaßnahmen ergreifen zu können, etwa durch Observationen von Zivilfahndern oder verstärkte uniformierte Präsenz. So sollen die Einbruchszahlen in Essen gesenkt werden.

Zahl der Einbrüche in Essen soll gesenkt werden

Das Pilotprojekt startete im November 2015 in Köln und Duisburg und ist seit Anfang dieses Jahres auf Essen/Mülheim, Gelsenkirchen und Düsseldorf ausgeweitet worden. Die bisherigen Trends seien erfolgsversprechend, so das LKA. Ob aber erkannte Erfolge tatsächlich auf das Software-Projekt zurückzuführen seien, „ist schwer messbar“, so LKA-Sprecher Mario Lorenz. Deshalb verspricht man sich von der Ausweitung des Programms auf Essen und andere Städte mehr Erkenntnisse bis zum Jahresende. In Duisburg wurden im vergangenen November deutlich weniger Einbrüche (107) registriert als zum Projekt-Start im November 2015 (178).

Die LKA-Software soll eine „dreifach höhere Wahrscheinlichkeit“ bei Einbruchs-Prognosen haben, so Lorenz. Dafür werden nicht nur Angaben zu vorangegangenen Einbrüchen eingespeist, sondern auch die statistischen Daten zur Sozial- und Infrastruktur in Essen. Ebenso spielen begehrte Fluchtwege wie Autobahnen eine Rolle. Wie sich die „Zauberformel“ aber genau zusammensetzt, bleibt unter Verschluss.

Über 3000 Wohnungseinbrüche in Essen

Die Essener Polizei sieht in „Skala“ ein zusätzliches Werkzeug gegen die Einbruchskriminalität. „Das ist kein Wundermittel, sondern nur ein weitererer Baustein“, dämpft Polizeisprecher Ulrich Faßbender schon vorab zu hohe Erwartungen an den Kollegen Computer. Wichtig sei, dass gleichzeitig mehrere Initiativen gegen die Einbrecher laufen, von der Aktion „Riegel vor“ bis zu den eigenen Auswertungen und Analysen des Essener Einbruchskommissariates – und nun den Vorwarnungen des „Skala“-Computers. „Damit versuchen wir, so genau wie möglich unsere Kräfte einzusetzen, um Einbrüche verhindern zu können“, betont Ulrich Faßbender.

3029 Wohnungseinbrüche registrierte die Essener Polizei im Jahre 2015 – bei einer Zunahme von fast 22,6 Prozent war das ein neuer Rekord. Die Aufklärungsquote lag bei nur 10,96 Prozent. Die Zahlen für 2016 werden in einigen Wochen bekannt gegeben.

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