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Wirte wechseln von „Gantenberg’s Brauhaus“ ins „Haus Helwig“

„Mit einem weinenden und einem lachenden Auge“ verlassen Wirtin Vicky Zeimbekoglou und ihr Mann Spiros Ende Februar nach fünf Jahren das beliebte Lokal „Gantenberg’s Brauhaus“. „Aber wir bleiben ja in Kray.“Foto: Walter Fischer

„Mit einem weinenden und einem lachenden Auge“ verlassen Wirtin Vicky Zeimbekoglou und ihr Mann Spiros Ende Februar nach fünf Jahren das beliebte Lokal „Gantenberg’s Brauhaus“. „Aber wir bleiben ja in Kray.“Foto: Walter Fischer

Essen-Kray.   Nach fünf Jahren in „Gantenberg’s Brauhaus“ in Essen-Kray zieht es Vicky und Spiros Zeimbekoglou ab März ein paar Meter weiter die Straße hoch.

Personelle Veränderungen in „Gantenberg’s Brauhaus“. Nach fünf Jahren verlassen die Wirtsleute Vicky und Spiros Zeimbekoglou die Traditions-Gaststätte in Kray, ziehen in wenigen Wochen nur wenige hundert Meter weiter und schlagen ihre Zelte nach einer Umbauphase dann ab April im altehrwürdigen „Haus Helwig“ auf. Von der Krayer Straße 218 geht’s zur Hausnummer 302, wo bis Oktober noch indische Küche angeboten wurde. Aber nicht nur das wird in Zukunft anders werden.

Verändertes Freizeitverhalten, Alternativen mit „Event-Charakter“, finanzielle Engpässe, natürlich das Rauchverbot. Wie die kleine Kneipe an der Ecke, die mehr und mehr von der Bildfläche verschwindet, so spielen bei vielen Menschen auch die einst so angesagten Ausflugslokale immer seltener eine Rolle. Diese großen Häuser mit üppigen Gesellschaftssälen, mit Mittags- oder Stammtisch, regelmäßigen Tanzabenden, Kegelbahn oder Spar-Club und Platz für hundert oder weit mehr Menschen haben schwer zu kämpfen. Aber es gibt sie noch, diese zen­tralen Veranstaltungsorte für das Volk und die Vereine, für Parteien und Privatpartys. Wirtschaften wie etwa „Gantenberg’s Brauhaus“.

Treffpunkt für Karnevalisten

Im September 2012, da übernahm dort das griechische Ehepaar Zeimbekoglou, nachdem zuvor Gabriele und Franz-Josef Henkel fast 30 Jahre lang die Gäste bewirtet hatten. Krayer Straße 218. Nicht nur Menschen aus der Gegend wissen sofort, was sich hinter dieser Adresse verbirgt.

Ursprünglich stand die große Kneipe mit dem damaligen Namen „Zur Post“ noch einige Meter weiter südlich, als aber die Planungen für den im November 1955 eingeweihten ersten Abschnitt der A 40 zwischen Kray und der Stadtgrenze zu Wattenscheid auf den Tisch kamen, da wurde das Lokal schlichtweg versetzt und kurzerhand wieder neu aufgebaut.

Ein beliebter Treffpunkt ist es geblieben, vor allem unter den Karnevalisten gilt das „Gantenberg’s“ als erste Adresse. Lange schon ist die große Wirtschaft Hauptquartier der GKG Fidelitas Kray und aktuell auch „Heimathafen“ des amtierenden Stadtprinzenpaares Oliver I. und Sandra II.

Über Karneval läuft noch alles wie bisher

„Karneval machen wir noch, Ende Februar aber ist dann hier für uns Schluss“, sagt Vicky Zeimbekoglou. Als es vor Monaten daran ging, den Pachtvertrag zu verlängern, sei man mit Besitzer Franz-Josef Henkel letztlich einfach nicht mehr zusammengekommen, sagt sie, ohne ins Detail zu gehen.

18 Jahre lang hatten die Zeimbekoglous eine Gaststätte in Hamburg, nach einem kurzen Abstecher zurück in ihre Heimat halfen dann der Zufall und ein Internet-Inserat entscheidend mit, dass sie 2012 in Kray landeten. „Essen und auch das Ruhrgebiet kannten wir vorher überhaupt nicht“, sagt die 50-Jährige, „längst aber fühlen wir uns hier richtig wohl“.

Im neuen Betrieb soll es familiärer werden

Und erneut war es ein Zufall, der vor nicht allzu langer Zeit über die nächsten Jahre mitentscheiden sollte. Als klar war, dass das Ehepaar das Brauhaus verlassen wird („wir sind schon auch traurig“), kam über einen Stammgast der Kontakt zum alten „Haus Helwig“ zustande. Kleiner, anders geschnitten und im ersten Moment auch etwas ab „vom Schuss“, passt es gleichwohl optimal in die Lebensplanung von Vicky und Spiros Zeimbekoglou, die sich erst vor kurzer Zeit ein Haus in der Gegend gekauft hatten und daher ungern weiter weggegangen wären.

Etwas kleiner bedeutet nämlich auch etwas weniger Arbeit und Nervenaufwand. Während das Brauhaus aufgrund der laufenden Kosten im Grunde niemals für längere Zeit für Betriebsferien geschlossen werden konnte und die Wirtsleute daher wenig bis keinen und erst recht keinen gemeinsamen Urlaub machen konnten, sieht es im „Haus Helwig“ in Zukunft mitunter deutlich entspannter aus. Die drei Kinder und Verwandte werden ab und an dort mithelfen, ohnehin soll der neue Betrieb deutlich familiärer werden.

Dartscheiben statt Kegelbahn

Als Alternative für die fehlende Kegelbahn soll der derzeit sehr populäre Dartsport forciert werden, zudem setzen Vicky Zeimbekoglou und ihr 53-jähriger Mann darauf, dass „vielleicht die Hälfte unserer derzeitigen Stammgäste in Zukunft dann auch zu uns ins Haus Helwig kommt“.

Der alteingesessene Name, den das Haus von der Eröffnung 1936 bis 2005 trug, bevor wechselnde Pächter vor Ort waren und es zuletzt „La India“ hieß, wird übrigens wieder aufleben. Und wenn irgendwann im April eröffnet wird, dann gibt’s eine mehrtägige Feier. Obwohl gar kein Karneval ist.

>> Zukunft des Brauhauses ist noch offen

Wie es in „Gantenberg’s Brauhaus“ in Zukunft weitergeht, ob und wenn wann ein neuer Pächter das Traditions-lokal übernimmt, das ist aktuell noch nicht geklärt. „Wenn etwas spruchreif ist, dann teilen wir das zu gegebener Zeit mit“, war aus den Reihen der Verpächterfamilie Henkelzu hören.

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