Integration

OB will mehr Migranten für die Stadtverwaltung gewinnen

Essens Oberbürgermeister Thomas Kufenist in Sorge über mangelnde Integration.

Foto: STEFAN AREND

Essens Oberbürgermeister Thomas Kufenist in Sorge über mangelnde Integration. Foto: STEFAN AREND

Essen.  Entscheidend für Neueinstellungen bei der Stadt ist für Thomas Kufen aber ausschließlich das Leistungsprofil des Bewerbers, nicht die Herkunft.

Bei einem Treffen mit Migrantenvereinen im Nachgang des Türkei-Referendums hat Oberbürgermeister Thomas Kufen angeregt, dass gerade junge Migranten sich stärker für die Arbeit in der Stadtverwaltung interessieren und sich bewerben sollten. „Die wachsende Buntheit der Stadt Essen sollte sich auch beim Personal im Rathaus widerspiegeln.“, sagte der CDU-Politiker auf Anfrage dieser Zeitung. Das sei auch deshalb vorteilhaft, da die Stadtverwaltung vor einer großen Pensionswelle stehe und verstärkte Bemühungen um geeignetes Personal ohnehin auf der Agenda stünden.

Der OB erklärte allerdings ebenso klar, dass es keinen wie auch immer gearteten „ethnischen Bonus“ geben werde. Es zähle allein die Leistung des Bewerbers, egal woher seine Familie ursprünglich stammt. Auch bei den Deutschkenntnissen seien Abstriche bei der Stadtverwaltung nicht möglich, da die Arbeit für den Bürger ansonsten nicht sinnvoll erledigt werden könne.

In Broschüren der Stadt nicht nur Bilder von „Bio-Deutschen“

Eine „positive Diskriminierung“ für ethnische Minderheiten, wie sie zum Beispiel in den USA praktiziert wird, sei generell aus vielen Gründen ausgeschlossen, darunter auch solche rechtlicher Art. Kufen schloss aber auch aus, dass ein Bewerber mit ausländischem Namen von vorne herein schlechtere Chancen habe, wenn er sich im Rathaus bewerbe.

Für Kufen ist es daher auch keine Lösung, Werbetexte der Stadtverwaltung beispielsweise in türkischer Sprache in Umlauf zu bringen. „Das wäre nicht sinnvoll, denn Deutsch zu verstehen ist ja gerade unerlässlich für eine Arbeit bei der Stadtverwaltung.“ Allerdings wäre es sinnvoll, in solchen Broschüren mit optischen Signalen die gewünschte Botschaft zu unterstreichen. Beispielsweise sollten auf Werbebildern nicht nur so genannte Bio-Deutsche abgebildet werden.

Die Berücksichtigung von Menschen mit Migrationshintergrund in Verwaltungsberufen oder bei der Polizei gilt manchen Experten seit längerem als ein Schlüssel für eine bessere Integration. Einstellungen scheitern aber häufig an zu schlechten Sprachkenntnissen.

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