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Kneipenfestivals in Steele und Rüttenscheid wollen wachsen

Immer wieder ein gern gesehener Gast der Rüttenscheider Musiknacht: Die Coverband „One Night Stand“ spielte im Meat.

Foto: Christof Kšpsel

Immer wieder ein gern gesehener Gast der Rüttenscheider Musiknacht: Die Coverband „One Night Stand“ spielte im Meat. Foto: Christof Kšpsel

Essen.   In Steele und Rüttenscheid lockten Bands, Partys und Luftgitarristen tausende Nachtschwärmer. Für beide Veranstaltungen ist ein Ausbau geplant.

Essen rockt – zumindest am vergangenen Wochenende. Während in Steele erst zum zweiten Mal das dreitägige Kneipenfestival mit 14 Bands aller Couleur inklusive Workshops, Partys und der NRW-Luftgitarrenmeisterschaft für gute Laune sorgte, lockte in Rüttenscheid bereits die 17. Auflage der Musiknacht ins Viertel. Einst mit über 20 Bands in fast allen Rüttenscheider Kneipen, Bars und Cafés groß gestartet, waren es diesmal nur noch zehn Bands, die in insgesamt acht Kneipen auftraten.

Das scheint auch der Grund zu sein, sich vom bisherigen Veranstalter, einer süddeutschen Event-Agentur, zu trennen und die Organisation einer lokalen Agentur zu übergeben. So wird die nächste Musiknacht gemeinsam vom Musikproduzenten Igor Albanese, Musiker Benny Nauschütz (vom Duo Benny & Joyce) und dem Gastronomen Ted Terdisch geplant. „Sie sind alle Essener und kennen die Szene“, begrüßt IGR-Sprecher Rolf Krane den Wechsel.

Schlager und Rock

Dass die Musiknacht trotzdem ein treues Stammpublikum hat, zeigte sich auch bei der 17. Auflage: Kaum ein Durchkommen gab es im Fritzpatrick’s Irish Pub, wo „Captain Dance“ auf den Tischen tanzte und die Revivalband „Acoustic Covers“ die Menge zum Beben brachte. Ganz andere Töne gab es ein Stockwerk tiefer, in der Rüttenscheider Hausbrauerei: Dort überzeugte Diana Stern mit Schlager- und Rocksongs und guter Stimme.

Rock von den Beatles bis zu Billy Idol, von den Stones bis zu Led Zeppelin können auch „The Candidates“, vier ältere Herren aus Düsseldorf, die mit ihrer Spielfreude das Publikum im Früher oder Später ansteckten. „Die habe ich direkt für das diesjährige Weihnachtskonzert gebucht“, sagt Igor Albanese, der sich alle Bands angeschaut hat.

Die meisten waren in ihrer musikalischen Ausrichtung ein wenig zu einseitig, fand zumindest Besucherin Corinna Weise. „Ich bin ein echter Fan der Musiknacht, lass mir die nie entgehen. Aber diesmal habe ich das Gefühl, alle Bands spielen nur noch Rock-Oldies der letzten 30 Jahre.“

Vom Blues bis zum Deutsch-Pop

Das konnte man von der Auswahl, die die Steeler Kneipen getroffen hatten, nicht behaupten: Blues, Soul, Deutsch-Pop, Jazz, Swing, Singer-Songwriter, Hardrock und Rockklassiker – das Festival war breit aufgestellt. „Bislang ist das Echo der Besucher und Gastronomen nur positiv, was uns ermutigt, weiterzumachen“, so die Initiatorin Manuela Nordvall, die mit ihrem Mann Benny die Freak Show am Grendplatz betreibt.

Dort gab es am Donnerstag Hardrock unplugged auf die Ohren, trafen sich am Freitag die Meister an der Luftgitarre, wurde am Samstag bei der 80s Metal Meltdown-Party bis zur Erschöpfung getanzt. „Jeden Abend war die Freak Show knüppelvoll.“

Oberbürgermeister besuchte Luftgitarrenmeisterschaft

Besonders die Luftgitarrenmeisterschaft fand großen Anklang: Sieben Spieler traten gegeneinander an. In der ersten Runde mit einem selbst gewählten Song, in der zweiten Runde mussten alle zu Jimi Hendrix’ „Purple Haze“ die imaginären Riffs spielen. Das konnte übrigens Marc Dumont aus Langenfeld am besten: Er wird jetzt zur Deutschen Meisterschaft nach München fahren.

„Die Stimmung in der Freak Show war gigantisch. Selbst der Essener Oberbürgermeister war da“, schwärmt der 42-Jährige. Aber auch die Deutsch-Pop-Band „Ohrenpost“ überraschte im Grend mit ihrem authentischen Songs, ebenso wie die „A.H.A. Partyband“, die gleich an zwei Abenden im Kiek ma Rin auftrat. „Wir werden uns in den nächsten Tagen mit allen teilnehmenden Kneipen zusammensetzen und schon das nächste Festival planen.“ Das wird, so die Gastronomin Nordvall, nicht erst in einem Jahr, sondern voraussichtlich schon im Oktober stattfinden.

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