Namens-Hitliste

Immer mehr Babys in Essen heißen Mohamed

Fast 6000 Babys kamen 2016 in Essen zur Welt. Die beliebtesten Vornamen sind Marie und Elias.

Fast 6000 Babys kamen 2016 in Essen zur Welt. Die beliebtesten Vornamen sind Marie und Elias.

Essen.  Wie schon 2015 waren auch im vergangenen Jahr Marie und Elias die beliebsten Vornamen für Babys in Essen. Doch Mohamed holt auf.

Um 48 Babys hat die Stadt im vergangenen Jahr jene magische Marke von 6000 Geburten verfehlt, die zuletzt im Jahr 1993 erreicht wurde. Doch der Aufwärtstrend bei den Geburtenzahlen ist ungebrochen: Hat das Standesamt Essen im Jahr 2015 noch 5746 Geburten beurkundet, waren es 2016 schon 5952. Und wie im Vorjahr entschieden sich die meisten Eltern für die Vornamen Marie und Elias.

Elias ist ein biblischer Name, der im letzten Jahrzehnt in die Hitlisten einstieg. Dass er heute nicht nur bei Bildungsbürgern beliebt ist, mag auch Fack-Ju-Göhte-Star Elyas M’Barek zu verdanken sein. Immerhin finden sich in der aktuellen Namensliste sechs Elyas in der Schreibweise des Schauspielers.

Top-Plätze für Lina, Lara, Lotta, Luise, Luisa, Lea, Leni

Marie liegt bei den Mädchennamen in Essen schon seit 2009 auf Rang 1. Die folgenden Plätze belegen in diesem Jahr ein wenig einförmig Sophie, Maria und Sophia. Unter den Top 30 sind außerdem Mia, Mila, Lina, Lena, Lotta, Luise, Luisa, Lara, Lea, Leni. Da sieht das Ranking bei den Jungen doch etwas bunter aus: Auf Elias folgen Alexander, Noah, Ben, Leon, Maximilian, Felix, Paul, Emil und Jan. Insgesamt 489 Jungen erhielten einen der Top-Ten-Namen. Bei den Mädchen bedienten sich die Mütter und Väter sogar 541 mal aus dem Top-Ten-Angebot.

Bei vielen muslimischen Familien ist es derweil üblich, mindestens einen Sohn nach dem Propheten Mohammed zu benennen. Trotzdem hatte es der Name bislang nicht unter die Top 30 der beliebten Vornamen in Essen geschafft. Das lag auch daran, dass es etliche Schreibweisen gibt, die das Standesamt alle gesondert erfasst. Insgesamt wurden im Jahr 2015 44 Mohameds in sechs verschiedenen Varianten beurkundet. Am häufigsten war Mohamed, der mit 15 Nennungen auf Platz 45 der Hitliste landete.

Den Propheten Mohamed gibt’s in sechs Schreibweisen

Im vergangenen Jahr aber ist Mohamed regelrecht durchgestartet: 25 mal wurde der Name vergeben – und landete so auf Platz 22. Zählt man die 18 Mohammads, 17 Mohammeds, 9 Muhammeds, 6 Mohamads und 5 Muhammads dazu, kommt man auf 80 Nennungen. Nach dieser Zählung läge demnach nicht Elias auf Rang 1, sondern Mohamed in all seinen Varianten. Ein Phänomen, das mit Essens Bevölkerungsstruktur zu erklären ist und durch den Zuzug vieler Flüchtlinge aus muslimischen Ländern wie Syrien oder Afghanistan zuletzt gewiss verstärkt wurde. Aktuell sind 146 080 der 589 145 Essener nicht-deutsch oder haben die doppelte Staatsbürgerschaft. So schafften es 2016 auch Hamza mit 24 Nennungen und Ali mit 22 unter die Top 30 der Jungennamen.

Bei den Mädchennamen scheinen muslimische Eltern mehr zu variieren: Am häufigsten ist der Name Nur, der 15 mal vergeben wurde (Rang 38) und fünfmal in der Variante Nour. Neun Mädchen erhielten den Namen Medina, acht Mädchen heißen nun Meryem (Maria) und fünf Fatima.

Babys heißen Anakin, Amaryllis, Jesus oder Hans-Jürgen

Auf den Verdacht, ausländische Namen womöglich nicht korrekt zu erfassen, hat die Stadt übrigens schon vor Jahren reagiert. Seither veröffentlicht sie nicht nur die Top Ten, sondern alle Namen: 50 Seiten lang ist die Liste, 1549 Ränge umfasst sie. Hier findet man nun hübsche Unikate wie Anakin und Amaryllis, Champagne und Chanel, Hans-Jürgen und Hasan-Harun. Jesus ist ebenso vertreten wie Lourdes, London und Sidney tauchen auf, Luka-Joel, Luka-Matej, Luka-Nick. In einigen Jahren werden vielleicht Rocky, Progress, Seyedmorteza, Wolf-Wilhelm und Walburga dieselbe Kita besuchen. Zusammen mit Zaira-Thalia, Zelda-Sofie, Zoey-Amelia und Zidane.

Eltern bleiben ihren Lieblingsnamen weitgehend treu

  • Bundesweit landen – wie in den Vorjahren – Sophie, Marie, Maximilian und Alexander wieder auf den Spitzenplätzen, ermittelte die Gesellschaft für deutsche Sprache anhand von Stichproben bei fünf großen Standesämtern.

  • Beim Ranking des Hobby-Namensforschers Knud Bielefeld bleiben Mia und Ben an der Spitze – wie meist seit 2011.

  • Die vollständige Namensliste finden Sie hier.

Das sind die 30 beliebtesten Jungen- und Mädchennamen in Essen

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