Kinopremiere

Heimatfilm „Pottkinder“ feiert Premiere in der Lichtburg

Von so viel prominenter Unterstützung kann mancher junge Filmemacher nur träumen: Regisseur Alexander Waldhelm posierte während der Dreharbeiten glücklich zwischen Gerburg Jahnke und Winfried Schmickler (rechts)

Foto: Oliver Müller

Von so viel prominenter Unterstützung kann mancher junge Filmemacher nur träumen: Regisseur Alexander Waldhelm posierte während der Dreharbeiten glücklich zwischen Gerburg Jahnke und Winfried Schmickler (rechts) Foto: Oliver Müller

Essen.   Alexander Waldhelm zeigt in „Pottkinder“ Menschen mit Herz und Heimatgefühl. Das Who ist Who der heimischen Comedians unterstützt den Regisseur.

Achten Sie auf den Mann an der Eingangspforte! Die Position am Entree hat Filmemacher Alexander Waldhelm in seinem Kino-Debüt „Pottkinder“ besonders prominent besetzt. Von Torsten Sträter über Hennes Bender bis Rene Steinberg und Fritz Eckenga: Das Who ist Who der heimischen Comedians hockt da im flotten Wechsel am Firmen-Empfang, den die Hauptfigur Klüsen jeden Morgen auf dem Weg ins Büro passiert. Auch Peter Neururer, Helmut Gote und Manni Breuckmann haben sich problemlos zu einem Kurzauftritt überreden lassen. Und Kabarett-Lady Gerburg Jahnke, die den „Pottkindern“, wie so viele, reichlich Schützenhilfe gegeben hat; frei nach dem Motto: Jeder hat mal klein angefangen.


So geht für den Mülheimer Filmemacher am 10. Mai ein Traum in Erfüllung: Sein Film feiert in Deutschlands traditionsreichstem Premierenkino, der Lichtburg sein Debüt.

Ganz viel Herzblut und private Unterstützung

Und zwar vor ausverkauftem Haus, das ist schon jetzt klar. Dabei hat noch keiner ein Plakat oder auch nur ein einziges Trailer-Schnipselchen gesehen. Aber so ist das halt, wenn man einen „Heimatfilm“ über die Menschen zwischen Duisburg und Dortmund dreht. Viele fühlen sich angesprochen. Und helfen mit, wo’s geht.

Und so sind die „Pottkinder“ nicht nur ein „Heimatfilm“, sondern auch ein Familienfilm (über Papa, Mama und den erwachsenen Sohnemann Klüsen), ein Beratungsfilm (Mama hat Depressionen) und ein Sportfilm (neben Fußball geht es auch um Kegeln und Boule).


Vor allem aber ist es der erste Film – für den gebürtigen Oberhausener Waldhelm und die meisten seiner Akteure –, der ohne einen Pfennig öffentlicher Mittel, dafür aber mit ganz viel Herzblut und privater Unterstützung zustande kam.

Pott ohne Pütt, Menschen mit Herz

Dabei wollte der 41-jährige, studierte Journalist anfangs nur ein Drehbuch schreiben und dann weiterverkaufen. Aber dann kam eines zum anderen. Ein Freund mit Tonstudio, der sich auch gleich bereit erklärte, eine der Hauptrollen zu übernehmen. Ein Caterer als Hauptsponsor, der statt der anfangs geplanten Verpflegung für zwei Tage am Ende gleich dreiviertel der Gesamtkosten übernahm. Und viele prominente Gäste, die sich von der Begeisterungs anstecken ließen.


Und so hat Waldhelm, der heute fürs Forschungszentrum Jülich Öffentlichkeitsarbeit macht, schon die nächsten zwei Kinoprojekte auf seine Visitenkarte gesetzt.

Aber zunächst einmal geht es um die Klüsens, denen Waldhelm beim alltäglichen Leben zusieht: Aufstehen, Arbeiten gehen und nach Feierabend Schnittchen und Pils auf dem Ledersofa. Waldhelm zeigt den Pott ohne Pütt, aber Menschen mit Herz, Heimatgefühl und ihren großen und kleinen Sorgen von der Jobsuche nach dem Studium bis zum Kleinwagenkauf.

>> „POTTKINDER“ AUCH IN OBERHAUSEN UND MÜLHEIM

Die Premiere von „Pottkinder“ am Mittwoch, 10. Mai in der Lichtburg ist bereits ausverkauft. Weitere Vorführungen des Films (Näheres: pottkinder.com) sind im Oberhausener Ebertbad und in der Mülheimer Freilichtbühne geplant.

Film-Debütant Alexander Waldhelm hat bereits zwei weitere Projekte geplant. 2020 soll es mit „Beziehungen – kein schöner Land“ weitergehen, für 2022 ist „Das Wunder von Bernd“ geplant.

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