Unternehmensgründung

Essener Jungunternehmer setzt auf Kaffee für die Hosentasche

Der Essener Jungunternehmer Simon Kemper hofft, dass sein Schwarzer Riegel bald in den Supermarkten zu finden sein wird.

Foto: Herbert Höltgen

Der Essener Jungunternehmer Simon Kemper hofft, dass sein Schwarzer Riegel bald in den Supermarkten zu finden sein wird. Foto: Herbert Höltgen

Essen.   Gründer Simon Kemper hat zwei Jahre lang an der Entwicklung seines Riegels gearbeitet – Rückschläge inklusive. Das Produkt gibt es bisher online.

Noch sitzt Simon Kemper in einem kleinen Büro im Bergerhauser Gewerbegebiet Alexanderpark, die Regale voller Kisten. Über 10 000 Riegel „Kaffee für die Hosentasche“ hat er produzieren lassen. Mit diesem Produkt will der 27-jährige Unternehmer am Markt durchstarten.

Aktuell versucht er, sein Produkt in Supermärkten, Drogerien und an Tankstellen zu platzieren. „Ich bin Kaffeetrinker aus Leidenschaft, trinke mindestens fünf Tassen am Tag. Aber zum Beispiel bei langen Autofahrten ist Kaffee ja nicht immer verfügbar“, sagt der Betriebswirt, der nach dem Studium auf die Idee kam, einen Riegel mit echtem Kaffeepulver und weiteren Zutaten in Bio-Qualität zu vertreiben.

Nach 22 Monaten Entwicklung – von der Rezeptur über das Produktdesign bis zur Website – ist der „Schwarze Riegel“ seit einer Woche online zu bestellen. In Kürze soll er dann auch in den Supermarkt-Regalen liegen. „Als Gründer braucht man einen langen Atem“, weiß Kemper inzwischen. Ja, er habe das Gründer-Gen, wolle unbedingt etwas Eigenes aufziehen, sagt der Essener, die die Albert-Einstein-Realschule besucht und später in Bochum und Birmingham studiert hat.

Unternehmensberatung dient noch dem Broterwerb

Noch könne er von seinen Kaffeeriegeln nicht leben, arbeite zweimal in der Woche als Unternehmensberater, um seine Unkosten zu decken. In zwei bis drei Monaten solle sich das ändern. Seine GmbH „Schwarzer Riegel“ ist ein Ein-Mann-Unternehmen, allerdings habe er Menschen, mit denen er sich berate. „Um die Firma aufzubauen, habe ich gespart, einen Gründerkredit in Anspruch genommen und schon länger auf Urlaub verzichtet“, sagt Kemper, der zweieinhalb Jahre als Unternehmensberater in Heidelberg tätig war und für seine Firmengründung in seine Heimatstadt Essen zurückgekommen ist.

Bisher gibt es den Kaffeeriegel nur in der Sorte Mocca Latte. „Ziel sind aber zehn Sorten, darunter Espresso, Café Crema und Cappuccino, wie man sie auch von den Kapselmaschinen kennt“, blickt Kemper in die Zukunft. In der Entwicklungsphase habe er viele Rückschläge einstecken müssen. „Ich wollte unbedingt einen Riegel mit Bio-Zutaten, nichts mit Pasten oder chemischen Bestandteilen“, erklärt er.

Rund 50 Muster hat der Gründer produzieren lassen

An die 50 Muster habe er produzieren lassen, immer wieder sei das Ergebnis nicht befriedigend gewesen. „Bei zu viel Pulver war der Riegel bitter, bei zu wenig fehlte der typische Kaffeegeschmack“, erinnert sich Kemper. Mit einem Konditor zusammen fand er am Ende dann doch die richtige Rezeptur und eine Firma in Süddeutschland, die jetzt sein Produkt produziert.

Die nächste Zeit wird Simon Kemper mit der Vermarktung seines Riegels verbringen. Ein Auftritt in einer Gründershow wie „Die Höhle der Löwen“ komme für ihn nicht infrage: „Für so eine Fernsehsendung bin ich nicht der Typ.“

Auch Datteln und Haferflocken gehören zu den Zutaten

Ein 45-Gramm-Riegel, der fünf Prozent Arabica- und Robusta-Kaffee und damit natürlich auch Coffein enthält, soll im Handel 1,99 Euro kosten. Neben Kaffeepulver bestehen die Riegel aus Zutaten wie Datteln, Haferflocken, Schokolade und – bei der derzeit einzigen Sorte Mocca Latte – aus Kaffeesahne. Simon Kemper bietet Boxen zu drei oder 16 Riegeln an. Weitere Informationen auf www.schwarzerriegel.de

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