Eltern-Taxi

Essen will an Grundschule Haltezone für Elterntaxis schaffen

Eine der beiden Eltern-Haltestellen soll an der Isenbergstraße eingerichtet werden.

Foto: Christof Köpsel

Eine der beiden Eltern-Haltestellen soll an der Isenbergstraße eingerichtet werden. Foto: Christof Köpsel

Rüttenscheid.   Nahe der Andreas-Grundschule sollen nach den Sommerferien Bringzonen eingerichtet werden. Für die Kinder wird es ein Belohnungssystem geben.

An der Rüttenscheider Andreas-Grundschule sollen nach den Sommerferien die stadtweit ersten Haltestellen für Eltern-Taxis eingerichtet werden. Mütter und Väter, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, können dann wenige hundert Meter entfernt von der Schule halten.

Dafür sollen jeweils vier bis fünf Stellplätze nahe des Rüttenscheider Schwimmzentrums sowie der Parkstreifen gegenüber dem Bolzplatz an der Isenbergstraße zur Verfügung gestellt werden. Die restliche Wegstrecke legen die Kinder zu Fuß zurück. Die Elternhaltestellen können dabei nur von 7.30 bis 8.30 Uhr als solche genutzt werden. Die Bezirksvertretung II stimmt in ihrer nächsten Sitzung am 27. April über den Vorschlag ab.

Klimaagentur der Stadt ist an dem Projekt beteiligt

Das Projekt wird von der Klimaagentur Mobilität der Stadt Essen begleitet und von der Schule und den Eltern unterstützt. „Wir wollen damit vor allem erreichen, dass die Situation vor der Schule entzerrt wird“, erklärt Elke Zeeb.

Die Kinder- und Jugendbeauftragte der Bezirksvertretung II findet das Projekt grundsätzlich gut, hat aber kleinere Kritikpunkte: „Ich hätte mir gewünscht, dass die Haltepunkte noch weiter außerhalb angelegt und die Kinder stärker eingebunden werden“, schränkt sie ein. „Sie wissen schließlich am besten, wo auf ihrem Schulweg es gefährlich ist.“ Mit umfangreichen Fragebögen rund um den Schulweg und dessen Sicherheit waren vor allem die Eltern involviert.

Schulweg soll sicherer werden

„Wir haben uns mit den Elternvertretern für das Projekt ausgesprochen und glauben, dass es ein guter Ansatz ist“, sagt Mark Winter, Schulpflegschaftsvorsitzender. Er befürchte allerdings, dass jene Eltern, die damit erreicht werden sollen, ihren Nachwuchs auch künftig direkt vor dem Schultor absetzen. Dort herrsche allmorgendliches Chaos vor der ersten Stunde, „dadurch entstehen immer wieder gefährliche Situationen“, hat der Vater beobachtet. Es komme aber auf den Versuch an, der aller Voraussicht nach zu Beginn des neuen Schuljahres unternommen wird.

Elke Zeeb hofft, dass die Kinder ihre Eltern ein Stück weit „erziehen“: Für Schüler, die einen Teil ihres Wegs zu Fuß bewältigten, soll eine Art Belohnungssystem eingeführt werden. „Deswegen ist die Hoffnung, dass die Kinder ihre Eltern dazu ermuntern, die neuen Halteplätze zu nutzen“, sagt die Grünen-Politikerin.

Polizei beobachtet das Projekt ebenfalls

Auch Bezirkspolizist Rüdiger Buers wird das Pilotprojekt an der Andreasschule mit Spannung verfolgen: „Es hängt natürlich davon ab, wie die Eltern mitspielen“, sagt Buers, der vor allem den Bereich rund um die Käthe-Kollwitz-Grundschule regelmäßig kontrolliert. Auch dort komme es häufig zu gefährlichen Situationen, „weil einige Eltern ihr Kind möglichst direkt vor dem Schultor absetzen möchten“, hat Buers beobachtet.

Als Folge des Fragebogens soll nun auch der Schulweg sicherer gemacht werden. So will die Stadt Büsche an unübersichtlichen Straßenkreuzungen zurückschneiden. Auch die Beleuchtung rund um die Andreas-Grundschule soll erneuert werden.

An der Ardeyschule hätten diese kleinen Verbesserungen dazu geführt, dass gar keine Elternhaltestellen notwendig sind, weiß Elke Zeeb: „Dabei wollte sich die Ardeyschule ursprünglich auch beteiligen.“ Die Kinder- und Jugendbeauftragte hofft nun, dass die Kinder in einem weiteren Schritt selbst zeigen können, wo es hakt: „Früher gab es immer Schulwegbegehungen der Polizei. Es wäre schön, wenn das wieder aufgenommen würde.“ Ein sicherer Schulweg sei schließlich Voraussetzung dafür, dass Eltern ihre Kinder ohne Sorgen zu Fuß gehen lassen.

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