Vandalismus

Haus von AfD-Politiker Guido Reil beschmiert, Auto demoliert

Das Haus von Guido Reil und ein Auto sind von bislang unbekannten Tätern massiv beschädigt worden.

Foto: Kerstin Kokoska

Das Haus von Guido Reil und ein Auto sind von bislang unbekannten Tätern massiv beschädigt worden. Foto: Kerstin Kokoska

Essen-Karnap.   Unbekannte haben das Haus des Essener AfD-Landtagskandidaten Guido Reil beschmiert und ein Auto demoliert. Polizei und Staatsschutz ermitteln.

Unbekannte haben in der Nacht zu Freitag das Haus des Essener AfD-Landtagskandidaten Guido Reil in Karnap großflächig mit Parolen beschmiert und ein Auto vor seiner Garage demoliert. Nach Angaben von Reil gehört der Wagen seiner Frau. Die Täter haben bei dem Peugeot 206 sämtliche Scheiben eingeschlagen und alle vier Reifen zerstochen. Außerdem wurden Innenraum und Lack besprüht. Dem Augenschein nach handele es sich um einen Totalschaden, erklärte der AfD-Politiker.

Die Polizei ermittelt wegen schwerer Sachbeschädigung und Beleidigung. Die Behörde spricht nicht von einem Anschlag, geht aber von einer politisch motivierten Tat aus, so der stellvertretende Essener Kripo-Chef Gerhard Bürgel: „Der Staatsschutz ermittelt. Wir prüfen aber auch andere mögliche Hintergründe.“ Es gebe zwar erste Hinweise, eine heiße Spur sei aber nicht darunter.

Reil und seine Frau hielten sich zum Zeitpunkt der Attacke nicht im Haus auf.

Reil spricht von „Versuch einer Einschüchterung“

Die Nachricht von der Zerstörungswut rund um sein Karnaper Privathaus erreichte Guido Reil in Schleswig-Holstein, wo er die dortige AfD im Landtagswahlkampf unterstützt. Bislang war der frühere Sozialdemokrat davon ausgegangen, dass ihm in seinem Heimatstadtteil keine Gefahr drohe. „Da habe ich mich wohl geirrt“, so Reil auf Anfrage.

Der Angriff auf sein Eigentum lasse ihn zwar nicht kalt, für seine politische Arbeit spiele dieser „Versuch einer Einschüchterung“ aber keine Rolle: „Ich werde noch einen Zahn zulegen“, kündigte der AfD-Politiker an.

Am Samstag will Guido Reil trotz Warnungen der Polizei mit seinem Wahlkampf-Kleinbus, der eine auffällige AfD-Lackierung hat, nach Köln fahren. Dort findet unter großen Sicherheitsvorkehrungen der AfD-Bundesparteitag statt. Unter den 50.000 erwarteten Demonstranten werden auch zahlreiche gewaltbereite AfD-Gegner vermutet. Eine unnötige Provokation sieht Reil in seiner geplanten Fahrt aber nicht. „Wir leben in Deutschland, da darf ich das.“

Essener Polizei hofft auf Zeugen

Die Essener Polizei war am Freitag bestrebt, den Angriff auf Haus und Auto tiefer zu hängen. Polizei-Sprecher Peter Elke betonte vor Ort gegenüber angereisten Fernsehjournalisten, dass das von manchen Medien benutzte Wort „Anschlag“ zu weit gehe, da es keinen Waffeneinsatz gegeben habe. Die Sachbeschädigung sei aber zweifellos gravierend und „ausgeufert“.

Die Polizei hofft auf Zeugen, die in der ruhigen Wohnstraße zwischen der Lohwiese und der Karnaper Straße etwas beobachtet haben. „Hier kennt ja jeder jeden, vielleicht meldet sich ja jemand“, so Peter Elke.

Polizei-Chef geht von einer Einzeltat aus

Essens Polizei-Chef Detlef Köbbel hat überprüfen lassen, ob es in anderen Städten zu vergleichbaren Zwischenfällen gekommen ist und es sich möglicherweise um konzertierte Attacken im Zusammenhang mit dem Bundesparteitag handelt. Dies sei aber nicht der Fall. Köbbel geht von einer Einzeltat aus, die deshalb aber kein „Dummer-Jungen-Streich“ sei, betont der Leitende Polizeidirektor. „Das geht deutlich über einen Scherz hinaus.“

Max Adelmann, Sprecher des Aktionsbündnisses „Essen stellt sich quer“ und als solcher erklärter Gegner der AfD, distanzierte sich im Netzwerk Facebook von der Aktion: „Politische Gegner gehören politisch bekämpft. Gewalt ist keine Lösung.“ Wer gewalttätige Angriffe von Rechts verurteile, könne und dürfe nicht seinerseits zum Mittel der Sachbeschädigung greifen.

Hinweise zum Fall nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 0201-8290 entgegen.

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