Eltern-Initiative

Grundschule in Huckingen protestiert gegen Umbau-Pläne

Stefan Binkowski ist Vorsitzender des Betreuungsvereins der Grundschule Albert-Schweitzer-Straße. Die Nachmittagsbetreuung soll nach den Plänen der Stadt Duisburg ihre derzeitigen Räume verlieren. Betroffen wären 200 Kinder.

Foto: Lars Heidrich

Stefan Binkowski ist Vorsitzender des Betreuungsvereins der Grundschule Albert-Schweitzer-Straße. Die Nachmittagsbetreuung soll nach den Plänen der Stadt Duisburg ihre derzeitigen Räume verlieren. Betroffen wären 200 Kinder. Foto: Lars Heidrich

Duisburg-Huckingen.   Die Grundschule Albert-Schweitzer-Straße soll für 3,7 Millionen umgebaut werden. Eltern und Schulpflegschaft protestieren gegen Pläne der Stadt.

Die Albert-Schweitzer-Grundschule soll umgebaut werden, und zwar gründlich. So gründlich, dass sich eine Elterninitiative gegen die Pläne der Verwaltung gegründet hat: „Bildung braucht Platz“. Denn von dem soll es für mehr Schüler künftig weniger geben, so die Befürchtung. Dass auf dem Areal der ehemaligen Förderschule gebaut werden soll, war schon länger bekannt. Jetzt aber hat das Immobilien Management Duisburg (IMD) der Schule Pläne vorgestellt, die deutlich weiter gehen.

400 Kinder besuchen die 4-zügige Schule zurzeit; 500 Kinder in fünf Zügen sollen es werden. „Vor diesem Hintergrund ist eine Überplanung des Grundschulstandortes notwendig“, argumentiert Stadtsprecherin Gabi Priem für die Stadt.

Der Umbau der Grundschule könnte im Januar beginnen

Der Umbau ist Teil des vom Bund geförderten KIDU-Pakets: 3,7 Millionen Euro sind dort dafür veranschlagt. Bedingung für die 90-prozentige Förderung durch den Bund ist, dass der Umbau bis Ende 2018 abgeschlossen ist. Entsprechend früh muss der Baubeginn sein: In der KIDU-Liste ist der Start frühestens am 1. Januar 2017 vorgesehen. Die Umbaupläne betreffen Turnhalle und Schulhof, die Nachmittagsbetreuung, die Mensa und die Räume der Schule.

Die neuen Klassenräume würden „deutlich kleiner“, befürchtet die Schulpflegschaft. Nach den Plänen, die das IMD der Schule mündlich vorgestellt hat, fielen außerdem die Fachräume weg. Die Stadt widerspricht dem: „Sofern durch den Umbau Räume entfallen, werden diese an anderer Stelle entweder durch Umbau oder Anbau ersetzt“, sagt Priem. Laut Schulpflegschaft sollen in einem neuen Multifunktionsraum künftig Mensa, Werk- und Musikraum in einem untergebracht sein. Pflegschaft sieht darin „hygienische Risiken“; Stefan Binkowski vom Betreuungsverein formuliert es so: „Erst schneiden die Kinder Holz, und dann essen sie im selben Raum.“

Eine neue Turnhalle soll die alte ersetzen

Die jetzige Turnhalle soll abgerissen, stattdessen eine Doppelsporthalle errichtet werden. Kritik gibt es daran unter anderem, weil an der derzeitigen Halle 2015 Arbeiten für 120 000 Euro durchgeführt wurden. Stadtsprecherin Priem erklärt das so: Boden und Decke seien erneuert worden, „da hier Unfallgefahren bestanden“. Die Sporthalle habe „erheblichen Investitionsbedarf“.

Der Schulhof soll deutlich kleiner werden

Da die neue Turnhalle weiter auf den Schulhof vorrücken soll, wird dieser kleiner. Nach Binkowskis Rechnung bliebe nur noch ein Drittel der aktuellen Fläche erhalten, zumal zwischen Aula und Klettergerüst ein Neubau für Mensa und Klassenräume entstehen soll. Die Stadt hält dagegen: Der Schulhof sei „sehr großzügig bemessen“, mit mehr als 16 m² Platz pro Schüler vorhanden. Nötig laut Schulbaurichtlinie seien nur zwei m² pro Schüler, führt Priem aus.

Die Nachmittagsbetreuung verliert ihre Räume

Als Vorstandsvorsitzender des Betreuungsvereins der Grundschule ist dieser Punkt das größte Problem von Stefan Binkowski. Nach seinen Informationen sollen sämtliche Räume links der Sporthalle wegfallen, darunter alle sieben Betreuungsräume. 200 Kinder nehmen die privat organisierte Nachmittagsbetreuung zurzeit in Anspruch. Sie sollen künftig in Klassenräumen unterkommen. Das aber sei „freizeitpädagogisch nicht sinnvoll“, moniert die Schulpflegschaft. „Mit dem neuen Konzept ist lediglich eine Verwahrung und keine Betreuung mehr möglich.“

Auch Dietmar Ahlemann vom Bürgerverein Huckingen, der sich im Sinne der Schulpflegschaft engagieren will, hält Änderungen an der Nachmittagsbetreuung für problematisch. Seine Befürchtung: Die Betreuung wäre nicht mehr so flexibel möglich. „Heute können Sie die Kinder abholen und bringen, wann Sie wollen.“ Ändere sich das, bringe das erhebliche Probleme für die berufstätigen Eltern mit sich.

Die Kita Albert-Schweitzer-Straße soll umziehen

Die genauen Maße des Grundstücks, auf dem statt der Schulinfrastruktur Wohnbebauung entstehen soll, sind noch nicht bekannt; die Stadt verweist darauf, dass der Planungsprozess „gerade erst begonnen“ habe. In die weitere Planung werde „der Schulleiter selbstverständlich einbezogen“.

Unterdessen droht schon der nächste Konflikt an der Albert-Schweitzer-Straße: Auch die städtische Kindertagesstätte wird von den Umbaumaßnahmen der benachbarten Schule berührt. Priem bestätigt: „Es ist geplant, die Kita zu verlagern und gegebenenfalls zu erweitern.“ Gespräche zwischen IMD und Jugendamt laufen. In der Kita werden zurzeit 50 Kinder betreut.

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