Ein Leben mit der Musik

Huckingen.   Überall im Raum sind Schallplatten verteilt. Auf einem kleinen Tisch liegen Fotoalben und Erinnerungsstücke. Seit mehr als 25 Jahren gibt es den Schallplatten-Großhandel Mico schon nicht mehr. Trotzdem treffen sich die ehemaligen Mitarbeiter jedes Jahr aufs Neue und reden über die alten Zeiten. In diesem Jahr feiern sie im Balkanhof außerdem den 90. Geburtstag ihrer ehemaligen Chefin Gundula Michael.

Überall im Raum sind Schallplatten verteilt. Auf einem kleinen Tisch liegen Fotoalben und Erinnerungsstücke. Seit mehr als 25 Jahren gibt es den Schallplatten-Großhandel Mico schon nicht mehr. Trotzdem treffen sich die ehemaligen Mitarbeiter jedes Jahr aufs Neue und reden über die alten Zeiten. In diesem Jahr feiern sie im Balkanhof außerdem den 90. Geburtstag ihrer ehemaligen Chefin Gundula Michael.

Sie sprechen über Zeiten, als man noch mit Autos voller Schallplatten durch ganz NRW fuhr und sie an den Einzelhandel lieferte. Damals, als Mico eine echte Größte unter den Schallplatten-Großhändlern in Deutschland war.

Eigentlich findet dieses Treffen in Erinnerung an den mittlerweile verstorbenen Hans-Georg Michael, den ehemaligen Chef und Ratsherrn, statt. Dieses Jahr steht seine Frau im Mittelpunkt: Gundula Michael, die ebenfalls in der Unternehmensführung war, ist in diesem Jahr 90 Jahre alt geworden.

Auch Udo Jürgens kam zu Besuch

Die Michaels bauten die Firma nach dem Krieg gemeinsam auf. 1949 fing alles an. Obwohl beide nicht viel Ahnung von Musik hatten, wurde Mico eine echte Größe im Musikgeschäft. „Wir waren keine Musiker, wir waren gute Verkäufer“, betont Gundula Michael. Künstler wie Heino, Udo Jürgens oder Costa Cordalis kamen oft als Gäste oder Besucher. Sie feierten mit den Michaels zusammen. Der Vertrieb von Schallplatten war für die Künstler damals überlebenswichtig.

Hans-Georg Michael floh nach dem Krieg aus Dresden in den Westen und kam dann eher zufällig zu den runden Tonträgern. Auf der Suche nach Arbeit brachte ein Freund ihn auf die Idee, es mit Schallplatten zu versuchen. Ein Glücksfall, aus dem später ein regelrechtes Schallplatten-Imperium mit weiteren Firmen in Hamburg, München, Berlin und Koblenz entstand.

Von einst 150 Mitarbeitern erwarten in diesem Jahr 21 Ehemalige ihre Chefin. Als die den Raum betritt, begrüßen sich die alten Weggefährten herzlich. Der Umgang im Unternehmen war stets familiär. Gundula Michael selbst betont immer wieder den Zusammenhalt der Firma über die Jahre und fügt hinzu: „Die Musik hat uns verbunden.“

„Dich gibt’s nur einmal für mich“

Die ehemaligen Mitarbeiter scheinen das ganz ähnlich zu sehen. Renate Müller, die seit 1971 dabei war, nennt Mico liebevoll einen „Familienbetrieb“. Und Helmut Gerressen, der extra für das Treffen aus Ostfriesland nach Duisburg gekommen ist, lobt den Zusammenhalt. „Für mich ist das etwas ganz Besonderes in der heutigen Zeit“, sagt er.

1965 gründeten die Michaels auch noch eine eigene Plattenfirma und brachten noch im selben Jahr einen Song heraus, der die Jahrzehnte überdauerte. Ein Song, der für die Geschichte der Firma Mico nicht hätte passender sein können: „Aber Dich gibt’s nur einmal für mich.“

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