Neujahrs-Vorsätze

Diese Vorsätze haben die Bezirkspolitiker fürs neue Jahr

Die geplante Erweiterung des Angerbogens (vorne) auf die dahinter befindliche Freifläche nennen drei der fünf in der Bezirksvertretung aktiven Parteien als wichtiges Thema des neuen Jahres.

Foto: Hans Blossey/Archiv

Die geplante Erweiterung des Angerbogens (vorne) auf die dahinter befindliche Freifläche nennen drei der fünf in der Bezirksvertretung aktiven Parteien als wichtiges Thema des neuen Jahres. Foto: Hans Blossey/Archiv

Duisburg-Süd.   Bedenken gegen Bauprojekte Wedau/Bissingheim und Huckingen berücksichtigen, RRX und XXL-Bad begleiten – 2017 haben die Süd-Politiker gut zu tun.

Ein neues Jahr bedeutet auch für die Mitglieder der Bezirksvertretung (BV) neue Arbeit, neue Ideen, neue Themen. Die Südredaktion hat die in der BV vertretenen Parteien angeschrieben und sie nach ihren Vorsätzen für 2017 gefragt. Hier präsentieren wir Ihnen in Auszügen ihre Antworten:

SPD: Bei Baugebieten Interessen von Alt- und Neubürgern berücksichtigen

Welche Themen aus 2016 werden Sie auch 2017 begleiten? Beate Lieske (SPD): Die baulichen Entwicklungen werden uns weiter begleiten. Herausragend ist hier die angestrebte Bebauung auf dem Bahngelände zwischen Wedau und Bissingheim. Hier wird im Grunde ein neuer Stadtteil entstehen. Aufpassen müssen Planer und Politik hier, dass die Interessen der Alt- und der Neubürger in gleichem Maße berücksichtigt werden. Das gilt auch für die Planung des Angerbogens II.

Dass es endlich mit dem Spatenstich für das XXL-Bad losgeht, steht für die SPD-Fraktion ganz oben. Bei so vielen neuen Baugebieten kann man auf ein Wellness- und Spaßbad von der Größe des XXL nicht verzichten.

Am Erhalt der Rahmer Brücken als dem kleinen Venedig des Duisburger Südens werden wir weiter arbeiten. Die Planungen rund um den RRX werden uns sicher noch in den nächsten zehn Jahren begleiten. Auch auf die nach wie vor unbefriedigende Parksituation an der St. George’s School werden wir reagieren.

CDU: Verwaltung soll bei Bauprojekten auf Bedenken der Bürger eingehen

Daniel Kegler (CDU): Die beiden großen Stadtentwicklungsprojekte auf dem ehemaligen Bahnareal zwischen Wedau und Bissingheim sowie des Angerbogens II werden im neuen Jahr eine große Rolle spielen. Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Umsetzungen sowohl dem jeweiligen Standort angemessen, als auch auf die Nachfrage abgestimmt sind. Bedenken, die in den Bürgerinformationsveranstaltungen geäußert wurden, müssen seitens der Verwaltung berücksichtigt werden.

Die Realisierung des RRX sowie die damit verbundene Abwicklung der Güterverkehre im Gewerbegebiet Beckerfelder Straße wird die Bezirksvertretung Süd zu Anfang des Jahres beschäftigen. Daneben erwarten wir endlich das durch die Politik beschlossene Lkw-Verkehrskonzept.

Ebenso müssen bekannte Problematiken bei den Schulen im Duisburger Süden (Beispiel GGS Albert-Schweitzer-Straße) gelöst werden. Hierzu zählt im erweiterten Sinne das XXL-Bad, welches neben dem Vereinsschwimmen ebenfalls das Schulschwimmen im Duisburger Süden sicherstellen soll.

Auch Dauerbrenner wie die Straßenzustände und der ÖPNV, insbesondere hinsichtlich der U79, bedürfen unseres Einsatzes.

Ebenfalls werden wir beim Thema Sicherheit nicht locker lassen. Das Sicherheitsgefühl der Bürger muss durch die verstärkte Präsenz von Polizei und Ordnungsamt wiederhergestellt werden. Ebenso muss die Einsatzfähigkeit unterstützender Maßnahmen wie der Videoüberwachung gewährleistet sein. Hierzu gehört insbesondere die Videoüberwachung der S-Bahn-, U-Bahn und Straßenbahnhaltestellen.

Grüne: Verkehrsprobleme lösen

Jürgen Kleine-Möllhoff (Grüne): Die großen Bauplanungen im Angerbogen und insbesondere in Wedau sind grundsätzlich für die zukünftige Entwicklung des Duisburger Südens. Die Verkehrsprobleme rund um die St. George’s School und im Gewerbegebiet Großenbaum-Süd müssen gelöst werden. Der Wegfall der Baumschutzsatzung erfordert eine besondere Beachtung einer lebenswerten Umwelt. Die Situation im Ausländeramt ist immer noch durch hohe Überlastung gekennzeichnet.

Die Linke: Umbaupläne an der GGS Albert-Schweitzer-Straße prüfen

Deniz Ediz (Linke): Die Schulsanierungen sollen vorangetrieben werden. Die in KIDU beschlossenen Sanierungsarbeiten sollten so schnell wie möglich in Gang kommen. Außerdem werden wir uns die Sanierungspläne für die GGS Albert-Schweizer-Straße genauer ansehen. Hierbei sollten auch die Wünsche und bestehenden Arbeiten der Lehrer und Eltern der Schüler berücksichtigt werden. Vor allem sollte die Zukunft der Betreuungsräume geprüft werden.

Junges Duisburg: Investitionsprogramme begleiten

Frederik Engeln (Junges Duisburg): Die wichtigen, von Bund und Land finanzierten Investitionsprogramme KIDU und Gute Schule 2020 bedürfen einer intensiven Begleitung. Teilweise müssen finale Beschlüsse noch gefasst werden.

Das wichtigste Thema des Jahre 2017 

Welches Thema wird aus Ihrer Sicht das wichtigste Thema der Bezirksvertretung 2017 sein? Lieske: Es kann nicht das wichtigste Thema geben, denn in der Bezirksvertretung beginnen in den meisten Fällen alle Entwicklungen. Die baulichen Entwicklungen in Wedau/Bissingheim, im Angerbogen in Huckingen und auch im Gewerbegebiet Beckerfelder Straße im Rahmen der RRX-Planung werden von herausragender Bedeutung sein.

Kegler: Das eine, wichtigste Thema gibt es für uns nicht, da bei einer Reihe von Themen Lösungen gefunden werden müssen. Unser Fokus liegt auf den Themen Stadtentwicklung, Infrastruktur und Sicherheit.

Kleine-Möllhoff: Die Entwicklungen der Baugebiete in Wedau und im Angerbogen müssen sorgfältig und unter Berücksichtigung der Anliegerinteressen begleitet werden.

Kommt das XXL-Bad – oder kommt es nicht? Foto: Jürgen Theobald/Archiv Ediz: Der Duisburger Süden wird seit Jahren von der Stadtverwaltung und vom künftigen Betreiber des XXL-Bades hingehalten. Der Rat hat beschlossen, dass jedem Duisburger Viertel ein städtisches Bad zusteht. Leider ist inzwischen das nächste städtische Bad im Duisburger Norden, so dass es den Bürgern nicht mehr möglich ist, außerhalb von Schwimmvereinen dem Freizeitschwimmen nachzugehen.

Engeln: Die Stelle des Hellsehers ist bei Junges Duisburg bisher unbesetzt. Man benötigt allerdings nicht viel Phantasie, um zu erahnen, dass die Ausgestaltung und Fortführung der begonnenen Wohnbauprojekte ein zentraler Themenkomplex im Jahr 2017 ist. Auf den Veranstaltungen zur Beteiligung der Öffentlichkeit wurde viel Wichtiges gesagt. Das muss jetzt im Planungsprozess Berücksichtigung finden.

Parken, Wohnen, Arbeiten: Die Ziele für 2017 

Welche Ziele hat sich Ihre Fraktion für das Jahr 2017 gesetzt?
Lieske: Ziele für 2017 sind, dass wir uns erneut um die vor allem für Anwohner der St. George’s School unbefriedigende Parksituation kümmern werden. Auch zum Thema Baumschutz in den Denkmalbereichen in Wedau und Bissingheim werden wir einen Antrag stellen, der sich auf den Schutz der ortsbildprägenden Bäume in den beiden Stadtteilen bezieht.

Kegler: Wir wollen den Duisburger Süden als attraktiven und sicheren Wohnraum bewahren und nach Möglichkeit verbessern. Dies soll nicht alleine durch eine Neuausweisung von Wohngebieten geschehen, sondern vor allem auch hinsichtlich der dauerhaften Sicherung und Verbesserung der Infrastruktur.

Eine Park-and-Ride-Lösung für die St. George’s School

Kleine-Möllhoff: Die letzte große Freifläche in Huckingen für die Bürger erhalten. Eine Park-and-Ride-Lösung für die St. George’s School finden. Soziale Belange und einen gut funktionierenden Nahverkehr bei den großen Bauvorhaben in den Blick nehmen. Dafür sorgen, dass Baumschutz wieder an Bedeutung gewinnt.

Ediz: Die zweite Siedlung im Angerbogen soll in das letzte verbleibende Naturschutzgebiet in Duisburg gesetzt werden, das letzte Grün soll Huckingen weggenommen werden. Laut Aussagen des Baudezernenten Carsten Tum hängt die Attraktivität der Infrastruktur einer Stadt von solider Bebauung ab. Die Attraktivität hängt meines Erachtens aber von der bestehenden Natur und den Naherholungsgebieten ab.

Sozialer Wohnungsbau für den Angerbogen II

Es wird vorgegaukelt, dass die zukünftige Siedlung allen Bürgern frei zur Verfügung stehen wird. Die Grundstückpreise werden aber so hoch gehandelt werden, dass sich Otto Normalverbraucher ein Grundstück dort nicht leisten kann. Sollte dieses Vorhaben trotz allem verwirklicht werden, möchten wir für bezahlbaren Wohnraum sorgen. Es kann und darf nicht sein, dass in dieser Siedlung kein sozialer Wohnungsbau betrieben werden soll.

Engeln: Junges Duisburg wird verstärkt den Dialog mit der heimischen Wirtschaft, den Gewerbetreibenden vor Ort, Handwerkern und Freiberuflern führen. Hierfür sind bereits mehrere Gesprächstermine vereinbart.

Spray-Flächen für legale Graffiti schaffen

Außerdem wollen wir endlich die bereits 2014 von der Bezirksvertretung beschlossenen legalen Graffiti-Flächen konkret benennen. Es müssen 2017 Standorte gefunden werden, an denen Graffiti zumindest toleriert werden, oder noch besser zur Verschönerung des Stadtbildes beitragen können. Gleichzeitig sollte ein konsequenteres Vorgehen gegen illegale Graffiti-Schmierereien und deren Beseitigung durch das Ordnungsamt erfolgen.

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