Kirche

Der neue Pfarrer will für die Gemeinde Ansprechpartner sein

Die Evangelische Gemeinde in Huckingen hat wieder einen eigenen Pfarrer. Ein Jahr lang hat Rainer Kaspers auch die Huckinger und Hüttenheimer betreut.

Foto: Kerstin Bögeholz

Die Evangelische Gemeinde in Huckingen hat wieder einen eigenen Pfarrer. Ein Jahr lang hat Rainer Kaspers auch die Huckinger und Hüttenheimer betreut. Foto: Kerstin Bögeholz

Huckingen/Hüttenheim.   Nach 22 Jahren in Düsseldorf-Unterrath. Pfarrer Bodo Kaiser wurde einstimmig gewählt. Er will Pastor sein, kein Religionsbeamter.

Endlich hat die Evangelische Auferstehungsgemeinde in Huckingen und Hüttenheim wieder einen Pfarrer: Bodo Kaiser wurde einstimmig vom Presbyterium gewählt. Am 20. Februar ist sein erster Arbeitstag. Denn bis zum 19. Februar könnten die Mitglieder der Gemeinde noch einen – begründeten – Einspruch gegen seine Wahl erheben. Gabriele Beautemps sprach vorab mit dem neuen Mann in der Gemeinde, die nach dem vorzeitigen Ausscheiden von Lothar Schenk ein Jahr lang ohne „eigenen“ Pfarrer auskommen musste.

Was hat Sie bewogen, sich auf diese Stelle zu bewerben?

Bodo Kaiser: Ich hatte sofort das Gefühl, die Auferstehungsgemeinde ist sehr lebendig. Und ich hatte den Eindruck: Man sucht hier einen Pastor und keinen Religionsbeamten.

Kennen Sie die Gemeinde bereits? Ihre bisherige Wirkungsstätte in Düsseldorf-Unterrath liegt ja nicht weit weg.

Unterrath ist zwar wirklich nicht weit entfernt. Aber nach dem Apfelparadies war bisher für mich Schluss. Als die Bewerbung anstand, bin ich mit meiner Frau durch Huckingen und Hüttenheim geradelt. Wir haben irgendwo ein Eis gegessen und mit ein paar Leuten geredet. Danach war klar: Wir wollen hier hin.

Werden Sie in Huckingen wohnen?

Auf jeden Fall, der Umzugswagen ist schon bestellt. Ein Pfarrer muss in seiner Gemeinde sein. Er muss ansprechbar sein. Nur wenn man es mal eilig hat, sollte man in einem anderen Stadtteil einkaufen. Außerdem freue ich mich riesig, zurück ins Ruhrgebiet zu ziehen. Schließlich komme ich aus Essen.

Einer Ihrer Schwerpunkte ist die Kinder- und Jugendarbeit. Wie schafft man es, dass sich Jugendliche nach der Konfirmation nicht komplett aus der Kirche zurückziehen?

Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, Jugendliche ehrenamtlich einzubinden. Indem Sie zum Beispiel die neuen Konfirmanden betreuen. Viele wollen durchaus Verantwortung übernehmen.

Und wie sieht es mit den älteren Gemeindeangehörigen aus?

Altenarbeit ist heutzutage kein Selbstläufer mehr. Kaffeekränzchen allein reichen nicht mehr. Die neuen Alten wollen netzwerken, was Neues lernen.

Was suchen die Menschen heutzutage in der Kirche?

Sie wollen die Sinnfrage für sich beantworten. Sie suchen nach beständigen Werten. Der Glaube soll eine Kraftquelle sein. Und die Gemeinde eine Gemeinschaft, die einander stärkt.

Werden Sie ausschließlich in Huckingen und Hüttenheim tätig sein?

Eine regionale Aufteilung in der Gemeinde ist durchaus sinnvoll. Pfarrer Kaspers kümmert sich um Ungelsheim, Mündelheim, Serm und ich um Huckingen und Hüttenheim. Aber mir schwebt durchaus Gemeindeübergreifendes vor, etwa Seminare mit Gesprächen über Gott und die Welt oder Trauergruppen. Ich freue mich schon auf die Zusammenarbeit mit Pfarrer Kaspers. Die Chemie stimmt.

Was hält Ihre Frau von der neuen Stelle?

Wir haben das gemeinsam entschieden. Nach 22 Jahren in Unterrath war es Zeit für etwas Neues. Meine Frau ist Religionslehrerin und wird sich sicher auch hier und da einbringen. Aber die Frau eines Pfarrers ist nicht automatisch die Küsterin.

Und was sagen die Töchter?

Unsere Zwillinge Johanna und Charlotte sind bereits auszogen, sie kommen nur zu Besuch nach Hause. Die beiden sind 22 Jahre alt und studieren außerhalb, die eine Kunstgeschichte, die andere Buchwissenschaften.

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