Wasserburg

Brand befeuert Sorge um das historische Haus Böckum

Die Scheune ist etwas außerhalb gelegen, gehört aber zum Haus Böckum. Das Feuer hat sie zerstört.

Foto: Udo Milbret

Die Scheune ist etwas außerhalb gelegen, gehört aber zum Haus Böckum. Das Feuer hat sie zerstört. Foto: Udo Milbret

Duisburg-Huckingen.   Der Bürgerverein Huckingen befürchtet den Verfall von Haus Böckum, wenn es nicht bald renoviert wird. 2016 hatte es dort auch schon gebrannt.

Nach dem erneuten Brand am 21. Februar auf dem Gelände des historischen Gut Böckum ist die Sorge um den Erhalt der ehemaligen Wasserburg noch größer. Die Ursache für den Brand der hinteren Scheunen konnten laut Aussagen der Polizei noch nicht näher geklärt werden, das Gutachten stehe noch aus. Erst im vergangenen Jahr hatte es dort einen Brand gegeben.

Die Vertreter des Bürgervereins Huckingen befürchten schon länger den Verfall der historischen Anlage. Schatzmeister Dietmar Ahlemann bedauert den Brand und vermutet Zündler dahinter. Der Heimatforscher befürwortet die Pläne eines Investors aus Berlin für das Baudenkmal. Demnach steht eine aufwändige Sanierung und Umgestaltung auf dem Plan – zu einer Residenz mit luxuriösen Eigentumswohnungen. Aus seiner Sicht sei dies die einzige Chance, um das Gut überhaupt wirtschaftlich erhalten zu können.

In der alten Wasserburg sollen hochwertige Wohnungen entstehen

Doch es sollte sich recht bald etwas bewegen, findet der Huckinger. „Der weitere Verfall von Haus Böckum ist deutlich zu sehen, besonders die Risse an den einzelnen Mauern werden immer größer.“ Eine Renovierung und Instandsetzung wäre also zwingend notwendig, es sollte sich bald etwas bewegen, meint er. Schließlich handele es sich um ein „wahres Schmuckstück“ im Duisburger Süden, das es zu erhalten gelte. Die öffentliche Hand könne dies aufgrund der hohen Instandhaltungskosten nicht leisten, zumal das Gut immer schon in privatem Besitz gewesen sei.

Früher waren auf der Wasserburg Hühner und Enten einquartiert, Gut und Stallanlagen wurden für die Geflügelzucht genutzt. 1856 kauften die Grafen von Spee das Anwesen, von dem sie sich 2012 trennten. Nachdem das Verwalterehepaar in den Ruhestand ging, stellte man den Verkauf landwirtschaftlicher Produkte ein. Die heutigen Besitzer, die Investorengruppe S+P aus Berlin, planen, die alte Wasserburg unter anderem zu hochwertigen Wohnungen umzubauen. Auf der nördlichen Burgseite soll eine Art Herrenhaus mit mehreren Wohnungen gebaut werden.

Feuerwehr macht keine konkreten Angaben zum Brand

Wie die Feuerwehr die Gefahren durch weitere Brände einschätzt, dazu kann Jennifer Gräfe, Sprecherin der Stadt Duisburg, auf Anfrage der Südredaktion keine genauen Angaben machen. „Wir könnten hier nur orakeln. Ob da in Zukunft mit weiteren Bränden zu rechnen ist, und in welcher Form, dazu kann die Feuerwehr nichts Konkretes sagen.“ Die Sorgen der Huckinger jedenfalls bleiben.

Seite
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik