Sozialverbände fordern staatlichen Arbeitsmarkt

Duisburg wird Modellstadt für einen sozialen Arbeitsmarkt: In einem vom Land geförderten Projekt sollen Langzeitarbeitslose, die seit mehr als vier Jahren Hartz IV beziehen, durch niederschwellige Arbeitsangebote wieder einen Job finden.

Duisburg wird Modellstadt für einen sozialen Arbeitsmarkt: In einem vom Land geförderten Projekt sollen Langzeitarbeitslose, die seit mehr als vier Jahren Hartz IV beziehen, durch niederschwellige Arbeitsangebote wieder einen Job finden.

Die Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände in Duisburg begrüßt die Bemühungen des Landes, verweist aber darauf, dass diese nicht ausreichen. In Duisburg seien inzwischen 15 000 Menschen länger als vier Jahre erwerbslos, sagt deren Sprecher, Pastor Stephan Kiepe-Fahrenholz. „Viele haben sich vergeblich bemüht, einen Arbeitsplatz im ersten Arbeitsmarkt zu bekommen, sind frustriert, oft auch fachlich abgehängt.“

Die Verbände fordern daher Unternehmen auf, „mehr Mut zu beweisen, Menschen einzustellen, die auf den ersten Blick nicht in ihr Portfolio passen“. Und appellieren an die Landes- und die Bundesregierung, „einen staatlich subventionierten Arbeitsmarkt zu implementieren und gesetzlich abzusichern“. Die Menschen müssten in gesellschaftlich anerkannten Beschäftigungsverhältnissen mit tariflichen Absicherungen und unbefristeten Arbeitsverträgen angestellt werden. Ein solcher Arbeitsmarkt könne finanziert werden, indem Kosten der Unterkunft und Sozialhilfe durch einen entsprechenden Teil aufgestockt werden. Dies führe dazu, dass die Menschen durch ihre eigene Arbeit ohne Alimentation die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zurückgewinnen. Zeitlich befristete Projekte seien dagegen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ungeeignet.

Ein Modellprojekt mit dem Auslaufen im Jahr 2018 habe keinen Wert, wenn nicht die Verstetigung durch das Schaffen eines staatlich subventionierten Arbeitsmarktes anschließend an dessen Stelle trete, so Kiepe-Fahrenholz.

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