Demonstration

Mit Plüsch und Perücke für Hochfelds Alte Feuerwache

Duisburg braucht mehr kulturellen Freiraum  –  mit dieser Forderung gingen die rund 200 Demonstranten am Samstag auf die Straße.

Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg braucht mehr kulturellen Freiraum – mit dieser Forderung gingen die rund 200 Demonstranten am Samstag auf die Straße. Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.   Rund 200 Duisburger protestierten am Samstag für mehr kulturellen Freiraum. Sie zogen mit Musik vom Hauptbahnhof zur Alten Feuerwache Hochfeld.

Für die Zukunft der Alten Feuerwache hat sich Maren Wenzel extra in Schale geworfen: Passend zu dem leerstehenden Gebäude in Hochfeld hat sich die Duissernerin einen gelben Feuerwehrhelm aufgesetzt. „Im Einsatz für ein soziokulturelles Zentrum in der Feuerwache“, steht auf dem Pappschild der 26-Jährigen.

Mit ihrer Meinung steht Maren Wenzel nicht alleine da: Rund 200 Mitstreiter trafen sich am Samstag bei der „Fastnachttanzdemo“ der zwei Initiativen „DU it yourself“ und „Seid Nachbarn/Be Neighbours“. Gemeinsam setzten sie sich auf dem Bahnhofsvorplatz in der Innenstadt für mehr kulturellen Freiraum in Duisburg ein.

Für mehr Bewegung in einer stehenden Stadt

Der Schriftzug „Für mehr Bewegung in einer stehenden Stadt“, bunte Lampignons und Luftschlangen zierten dabei den Demowagen. Mit elektronischer Musik unterstützte das DJ-Kollektiv „Soundsalat“ den fröhlichen Umzug, der vorbei am Rathaus und über den Dellplatz bis hin zur Alten Feuerwache führte.

Zum Hintergrund: 2004 bekam die Stadt Duisburg 2,9 Millionen Euro Fördermittel von der EU und dem Land NRW. Damit sollte ein Kultur- und Stadtteilzentrum in der Feuerwache errichtet werden. Jetzt muss die Stadt 2,1 Millionen Euro zurückzahlen, weil der Zweck nicht erfüllt wurde.

„Wir wollen zeigen, wie viele Menschen an dem Thema interessiert sind“, erklärt Mit-Organisator Christian Wagemann die Idee hinter der Demo. Und passend zum närrischen Wochenende blitzten auch bunter Federschmuck, Piratenhüte und plüschige Tigerohren aus der Menge auf. „Wir feiern Protest-Karneval. Zum Beispiel ohne die schon tausendmal gehörten Karnevalslieder“, sagt Kristina Ulmer von „Du it yourself“ dazu.

Vermisst: Die Kultur für den kleinen Mann

Herausgeputzt hat sich auch Jonas Petong aus dem Dellviertel: Der 32-Jährige trägt eine gelbe Bauarbeiterweste und eine schwarze Locken-Perücke, dazu eine übergroße Sonnenbrille. Freund Christof Laege hingegen hat sich als Regenschirm verkleidet. „Die Kultur für den kleinen Mann fehlt hier“, bedauert Laege. Jonas Petong nickt zustimmend. „Das tut vor allem den jüngeren Leuten hier nicht gut. Deswegen wär’ das kulturelle Zentrum mal ein Zeichen, dass doch etwas klappt.“

Als die Menge vom Hauptbahnhof Richtung Rathaus zieht, wird die Musik lauter. Einige tanzen, andere halten selbstgebastelte Protestschilder in die Höhe. „Träume brauchen Freiräume“, fordern die Demonstranten etwa. Für mehr Kultur-Raum in Hochfeld setzt sich auch Ratsfrau Britta Söntgerath (Piraten) ein. Kabarett oder Konzerte hat die Huckingerin früher oft in der Alten Feuerwache angeschaut. So ein Angebot wünscht sich Söntgerath jetzt zurück: „ Viel mehr als einen Hausmeister braucht das Gebäude doch nicht.“

Online-Petition für die Alte Feuerwache in Hochfeld 

Ein Initiativkreis will sich am dritten März treffen, um mit Vertretern der „Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren Nordrhein-Westfalen“ ein Konzept für die Alte Feuerwache zu erarbeiten.

Für das sozio-kulturelle Zentrum hat der Bürgerkreis jetzt im Internet unter www.weact.campact.de eine Petition erstellt.

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