Kaufsafari

Ein neuer Marktplatz für innovative Produkte

Seit einigen Monaten im  Geschäft: Malte Dietrich, einer der Gründer  von Kaufsafari, berichtet über den Start und die Pläne des studentischen Start-ups

Foto: Ute Gabriel / FUNKE Foto Services

Seit einigen Monaten im Geschäft: Malte Dietrich, einer der Gründer von Kaufsafari, berichtet über den Start und die Pläne des studentischen Start-ups Foto: Ute Gabriel / FUNKE Foto Services

Duisburg.   Vier Studenten, eine Geschäftsidee: Ein B2B-Marktplatz für die innovativen Produkte junger Unternehmen ist das universitäre Start-up Kaufsafari.

Fruchtgummi mit Koffein, eine Hängematte aus Fallschirmseide, die Solarstation für den Rucksack und den Nagel-Assistenten gegen zerschmetterte Daumen von ungeschickten Heimwerkern: Das alles und noch viel mehr gibt’s bei „Kaufsafari“. Den Online-Marktplatz für außergewöhnliche Start-up-Produkte haben vier Absolventen der Universität Duisburg-Essen unlängst gegründet (www.kaufsafari.com). Das junge Unternehmen will mehr sein als eine bloßer Internet-Laden, wo Händler originelle Produkte erwerben können (B2B). „Wir wollen für andere Start-ups der voll umfängliche Ersatz für deren Vertrieb sein“, erklärt Malte Dietrich.

Gemeinsam mit David Herzmann, Betriebswirt wie er, und den beiden Wirtschaftsingenieuren Daniel Kolb und Malte Dietrich hat er „Kaufsafari“ vor einigen Monaten gegründet. Die Idee: als Scharnier zwischen Einzelhändler und Gründer wollen sie innovativen Produkten den Weg ins Ladenregal erleichtern. Denn produzierende Jung-Unternehmer, so der Gedanke, seien oft weder in der Lage, großhandelstaugliche Mengen zu produzieren, noch komplexe Marketing-Strategien zu lancieren.

Marketing läuft über Social Media und klassisch

Die Lücke will „Kaufsafari“ nun als Einkäufergemeinschaft schließen. Selbst ist das Quartett als Unternehmergesellschaft gestartet. „Wie eine GmbH, in die man sich reinwohnen kann, mit geringem Kapitalbedarf“, erklärt Malte Dietrich die Vorteile. Die ersten Monate waren geprägt vom Bemühen, ihr Projekt bekannt zu machen. Über Social-Media-Marketing, in Internet-Netzwerken wie Xing und Linked-in, aber auch mit ganz klassischen Methoden wie Briefkampagnen und Telefon-Marketing. „Unmittelbarer geht es kaum“, sagt Dietrich. Auch Print wirkt: „Ein Artikel im Handelsjournal hatte einen guten Effekt.“

Eine erste Zwischenbilanz nach dem ersten Online-Monat der Plattform? „Zwiegespalten“, meint der Kaufsafari-Geschäftsführer. „Wir hatten auf einen schnelleren Start gehofft.“ Das Quartett registierte vornehmlich Probekäufe, zumeist von kleineren Mengen. Vertrauensbildung gegen Misstrauen: „Die Händler wollen sehen, dass es funktioniert, wir müssen dranbleiben, die Betreuuung der Kunden wird wichtig sein“, haben die „Kaufsafari“-Macher gelernt. Das gilt auch für die Produzenten: „Wir hoffen, dass sich noch mehr Start-ups finden, die ihren Vertrieb über uns aufbauen.“ Immerhin: 20 Produkte sind ein guter Anfang, findet Malte Dietrich. „Ein Monat ist noch nicht sehr aussagekräftig, aber wir sind stolz darauf, wie es läuft.“

Den Käufern und Produzenten mehr bieten

Um auf Dauer erfolgreich zu sein, werde sich „Kaufsafari“ abheben müssen gegenüber Konkurrenten wie Amazons „Launchpad“ und „Kickstarter“. Die Straterie: Mehr sein als ein reiner B2B-Marktplatz. „Wir liefern Produkte, die es nicht an jeder Ecke gibt, digitalisieren die Beschaffung für die Einzelhändler“, erklärt Malte Dietrich, „zudem wollen wir die Online-Transparenz fördern, Hinweise auf die Händler geben“. Den Produzenten werde man Marketing und Kommunikation anbieten. Das muss schon sein, damit potenzielle Käufer der weltweit ersten transportablen Klimmzugstange und einer selbstständig stehenden Schultüte von derart wegweisenden Produkten erfahren.

Förderprogramm und UDE-Innovationsfabrik

> Die Gründer von Kaufsafari werden gefördert mit Mitteln des Programms „Exist“ des Bundesministeriums für Wirtschaft (BMWi) sowie des Europäischem Sozialfonds (ESF).

> Das universitäre Start-up, entstanden in der „Innovationsfabrik“ der Universität Duisburg-Essen im Untergeschoss des Gebäudes an der Geibelstraße 41, profitiert in der Startphase außerdem von professioneller Unterstützung der Gründungscoaches der Uni und von Sachmitteln.

Seite
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik