Mode aus Hochfeld

Die erste kleine Kollektion aus Restgarnen und Liebe

Anika Schneider und Maia Kesseler zeigen ihre erste Kollektion.eigene Modekollektion.

Foto: Stephan Eickershoff

Anika Schneider und Maia Kesseler zeigen ihre erste Kollektion.eigene Modekollektion. Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg-Hochfeld.   Die Designerinnen von „Emma&Maille“ haben ihre erste kleine Kollektion herausgebracht. Zur Präsention gab es selbstgebrautes Craft Beer.

So wie die rosafarbene Strickjacke und der blaue Pullover auf den Holzbügeln an der Wand hängen, sehen sie aus, als wären sie schon ewig da. Sie passen perfekt in das Ambiente des kleinen Raumes mit den beschrifteten Holzkisten und dunklen Ledertaschen. Aber die beiden Kleidungsstücke sind neu. Sie sind Teil der ersten kleinen Kollektion der Duisburger Designerinnen Anika Schneider und Maia Kesseler. Nun haben die beiden ihre sechs neuen Strickteile in ihrem Laden „Emma & Maille“ in Hochfeld präsentiert.

„Wir freuen uns total darüber. Wir erfüllen uns hier gerade unseren Traum“, strahlt Maia Kesseler. Die beiden Ladeninhaberinnen haben ihre neue Kollektion mit alten Strickmaschinen zum Leben erweckt. Erst kürzlich haben die beiden jungen Frauen zwei Strickmaschinen dafür von einer älteren Dame bekommen, die in den Laden spazierte. „Die brauchte die nicht mehr und hat sie uns einfach geschenkt“, sagt Anika Schneider.

Gut kombinierbar

In Rosa-, Weiß- und Grautönen ist die neue Kollektion gehalten. „So kann man unsere Teile gut mit anderen Kleidungsstücken kombinieren. Strick trägt man ja meistens über etwas drüber“, begründet Maia Kesseler die Farbauswahl. Die Garne für ihre Kollektion sind Restposten aus der Industrie, die normalerweise weggeworfen werden würden und bei „Emma & Maille“ einen neuen Nutzen finden.

Die Dinslakenerin Angela Weuster ist von dem System sofort begeistert. Sie zieht eine cremefarbene Strickjacke über, dreht sich vor dem Spiegel und ist überzeugt. „Die nehme ich direkt mit“, strahlt die Kundin, die zum ersten Mal bei „Emma & Maille“ ist. Die neue Kollektion wurde für Frauen entworfen. „Wenn aber die Nachfrage da ist, machen wir auch gerne etwas für Männer“, kündigt Anika Schneider an. Die männlichen Gäste können am Samstag also zwar keine Strickteile anprobieren, dafür gibt es aber etwas anderes: selbstgebrautes Craft Beer, das Anika Schneiders Ehemann Markus im Keller gebraut hat. Vier verschiedene Sorten seines Dickelsbacher Buben-Bräus dürfen die Kunden kostenlos testen.

Ein Bier muss Charakter haben

Für den Favoriten können sie dann einen Strich auf einem vorbereiteten Brett machen. Marc Schmidtke gibt seine Stimme dem Wiener Lager. „Da war der Geschmack einfach am besten. Ich mag gerne malzige Biere“, begründet er seine Entscheidung und fachsimpelt mit Markus Schneider über die optimale Brauart „Den Trend zum Craft Beer finde ich genau richtig. Ein Bier muss Charakter haben“, findet Markus Schneider. Und der Duisburger sieht noch einen Vorteil in seinem Hobby: „Wenn die Kunden genug getrunken haben, kaufen die auch mehr von Anika und Maia“, scherzt er.

Das haben die beiden aber gar nicht nötig. In der Johanniterstraße 28 haben sie sich vor etwa einem halben Jahr ihre eigene kleine Welt geschaffen. Sie haben Vintage, Kreativität und Liebe zum Detail zusammengetan und so dafür gesorgt, dass es unglaublich viel zu entdecken gibt. Alte Schwarz-Weiß-Fotos von Frauen in schicken Kleidern, goldene Armbänder und selbstrestaurierte Kommoden. Die Gegenstände bei „Emma & Maille“ passen perfekt zusammen und scheinen doch ihre eigene Geschichte zu erzählen.

Das sollen die Kunstwerke zukünftig auch online tun. Vor ein paar Wochen ist die offizielle „Emma & Maille“-Homepage gestartet. Dafür steht bald das erste Shooting mit der neuen Kollektion an. Das Model dafür haben Anika Schneider und Maia Kesseler in ihrem eigenen Laden kennengelernt. Ähnlich wie bei vielen ihrer Stücke, die die beiden von Flohmärkten oder Hausauflösungen mitnehmen, galt da: „Wir haben nicht sie gefunden, sondern sie uns.“

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