Sprengung

Polizei sprengt Riesenloch in Acker - Bauer nimmt's gelassen

Landwirt Thomas Steffen hockt in dem 1,5 Meter tiefen Spreng-Krater, den die Entschärfung hinterlassen hat.

Landwirt Thomas Steffen hockt in dem 1,5 Meter tiefen Spreng-Krater, den die Entschärfung hinterlassen hat.

Dorstfeld.  3,5 Kilo Sprengstoff zündete die Polizei auf einem Feld. Den Sprengstoff hatten sie in der Gartenlaube eines 34-Jährigen sichergestellt.

"Der Acker ist noch da", sagte Landwirt Thomas Steffen am Donnerstagmittag auf die Frage, wie es ist, wenn man morgens am Feldrand steht und sieht, dass einem der Acker weggesprengt wurde. "Ich denke, die ganze Aktion ist ordnungsgemäß gelaufen", sagte Thomas Steffen gelassen. Was er damit meint, ist ein Einsatz der Dortmunder Polizei gemeinsam mit dem LKA, der sich am Mittwochabend nur circa zwei Kilometer entfernt abspielte.

Hier wohnt der eigentliche, laut Polizei-Pressesprecher Sven Schönberg polizeibekannte Besitzer der Sprengsubstanz, der sich selbst als "Sprengmeister" bezeichne. Gegen ihn wird derzeit in einem Strafverfahren zu einer ganz anderen Sache ermittelt: wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch an einem Kind, der sich im Jahr 2014 ereignet haben soll. Das sagte Henner Kruse, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft, auf Nachfrage.

Richter stellte Durchsuchungsbeschluss aus

"In diesem Verfahren erhärtete sich der Verdacht, der Mann könnte illegal Sprengstoff auf seinem Grundstück lagern", sagte Schönberg. Ein Richter stellte den Beamten der Polizei und des LKA einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung des Mannes aus.

Hier, in der Gartenlaube des 34-Jährigen, finden die Beamten den vermuteten Sprengstoff. Weil der laut Schönberg schlecht gelagert worden war, machte das den sicheren Transport zum LKA nach Düsseldorf unmöglich.

"Deshalb wurde der Sprengstoff im Bereich der Planetenfeldstraße/ Martener Hellweg unschädlich gemacht", sagte Schönberg. Der Verdächtige wurde laut Staatsanwalt Henner Kruse festgenommen und wird nun einem Haftrichter vorgeführt. Dann werde entschieden, ob er in Gewahrsam oder auf freien Fuß komme. Bauer Thomas Steffen, auf dessen mit Winterhafer bestellten Feld gesprengt wurde, informierten die Beamten am Donnerstagmorgen.

15 Euro Verlust

Der Landwirt: "Der Verlust ist nicht dramatisch. 25 bis 50 Quadratmeter sind betroffen. Der Ernteverlust ist mit etwa 15 Euro überschaubar", sagte Steffen. Nur das Loch sei nun mit Arbeit verbunden. Auf etwa acht Tonnen Erde schätzte Steffen die Menge, die nötig sei, um den Krater zu schließen. "Die Kosten, die entstanden sind, zahlt natürlich die Behörde", sagte Schönberg.

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