Gewerbe-Ansiedlung

Essen und Bottrop überplanen Industrieflächen gemeinsam

Klaus Strehl, Thomas Göddertz, Thomas Kutschaty und Stefan Hager (v. l.) von der RAG am Kohlenlager.

Foto: Heinrich Jung

Klaus Strehl, Thomas Göddertz, Thomas Kutschaty und Stefan Hager (v. l.) von der RAG am Kohlenlager. Foto: Heinrich Jung

Bottrop.   1700 Hektar groß ist die Fläche im Bottroper Süden und Essener Norden. Planungen laufen. SPD regt eine städteübergreifende Ausschusssitzungen an.

Geht es nach Thomas Göddertz und Klaus Strehl, tagen demnächst der Bottroper und der Essener Planungsausschuss gemeinsam. Diesen Vorschlag machten der SPD-Landtagskandidat und der Vorsitzende des Bottroper Planungsausschusses bei einem Treffen mit NRW-Justizminister Thomas Kutschaty, der auch SPD-Vorsitzender in Essen ist.

Hintergrund des Vorstoßes sind die Planungen für das städteübergreifende Gewerbegebiet im Bottroper Süden und Essener Norden. Strehl erinnerte daran, dass die Gremien schon einmal eng zusammengearbeitet hätten, als es darum ging, den regionalen Grünzug C zu schaffen.

Das Gebiet ist fast 1700 Hektar groß

Nun also geht es um Gewerbeflächen. Fast 1700 Hektar groß ist das Gebiet, rund 150 davon gehören der RAG.

Allein das sei eine Fläche, doppelt so groß wie die Gruga, umreißt Kutschaty, der seinen Landtagswahlkreis im Essener Norden hat, die Dimensionen.

Dass Gewerbeflächen in Bottrop Mangelware sind, ist inzwischen bekannt. Zuletzt hatte das Unternehmen Doga-Steuerungstechnik angekündigt, seinen Firmensitz nach Gladbeck zu verlegen, weil es in Bottrop nicht mehr wachsen kann. Göddertz sprach in dem Zusammenhang von einem „Alarmsignal“. Aber auch in Essen seien Gewerbeflächen knapp und man sei sich einig, dass neue Flächen erschlossen werden müssten, sagte Kutschaty.

Die RAG benötigt das Kohlelager noch bis Ende 2017

Ein Vertreter der RAG war bei dem Treffen ebenfalls dabei: Stefan Hager, zuständig für die Liegenschaften des Konzerns, erklärte, dass die RAG das Kohlelager noch bis Ende 2017 benötige. Wann es neu genutzt werden könne, müsse noch offen bleiben. Er warnte vor überzogenen Erwartungen. Zwar seien Bergbauflächen auch Industrieflächen, doch könnte sich dort nicht sofort etwas Neues ansiedeln. Umso wichtiger sei es, die Zeit zu nutzen und vorzuplanen.

1,85 Millionen Euro kostet ein Interkommunaler Entwicklungsplan (Ikep) für das Gebiet, 1,35 Millionen Euro gibt das Land, die übrigen Kosten teilen sich Städte und RAG. Ikep besteht es zwei Phasen. Im Moment geht es darum, Ziele zu formulieren. Die zweite Phase soll Ende 2017 beginnen und an ihrem Ende steht ein Masterplan. Dafür sind vier Gutachten nötig, jeweils zu den Themen Verkehr, Wirtschaft, Umwelt sowie Ver- und Entsorgung.

Das Gebiet ist momentan noch nicht sehr gut erreichbar

Vor allem das Thema Verkehr wird die Städte umtreiben. Denn das Gebiet ist nicht besonders gut erreichbar und auch in sich nicht gut erschlossen. Aus diesem Grund sollen neue Straßen zwischen Bottrop und Essen gebaut werden. Gleichzeitig dürfe der Naherholungswert am Kanal und an der renaturierten Emscher nicht vergessen werden, so Kutschaty. Er bezeichnet das Projekt als „historische Chance“. Nirgendwo im Ruhrgebiet gebe es ein solches Potenzial.

Strehl drückte erneut aufs Tempo. Seine Erwartungen an den Masterplan sind hoch. Er müsse am Ende konkrete Hinweise geben, „wie das Verfahren zügig abgewickelt werden kann.“

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