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Stadt Bochum will den Betrieb seiner sieben Bäder auslagern

Attraktiver und wirtschaftlicher zu führen sein sollen die städtischen Bäder in Zukunft. Dazu sollen sie aus dem Sportamt in eine eigene Gesellschaft überführt werden.

Foto: STEFAN AREND

Attraktiver und wirtschaftlicher zu führen sein sollen die städtischen Bäder in Zukunft. Dazu sollen sie aus dem Sportamt in eine eigene Gesellschaft überführt werden. Foto: STEFAN AREND

Bochum.   Sieben städtische Bäder sollen 2018 in einer kommunalen Gesellschaft gebündelt werden. Der Zuschussbedarf betrug 2015 fast 7,3 Millionen Euro.

Mit der Auslagerung des gesamten städtischen Bäderbetriebs will die Stadt dem anhaltenden Zuschussbedarf und der dringend notwendigen Sanierung der in den 1960er und 70er Jahren gebauten Einrichtungen begegnen. Anfang 2018 sollen die bisher beim Sport- und Bäderamt angesiedelten vier Hallenfreibäder in Hofstede, Linden, Langendreer und Höntrop, die Freibäder in Werne und Südfeldmark sowie das Sport- und Wettkampfbad an der Ruhr-Uni in Querenburg als kommunales Unternehmen in privater Rechtsform unter dem Dach der Holding für Versorgung und Verkehr (HVV) gebündelt werden. Deren Geschäftsführer Dietmar Spohn und Frank Thiel, die auch die Doppelspitze bei den Stadtwerken bilden, bereiten gemeinsam mit der Stadt ein „Konzept zur zukunftsweisenden Umgestaltung der Bäderlandschaft“ vor.

Politik muss entscheiden

„Wir wollen die Attraktivität unserer Bäder erhöhen, die Zahl der Besucher steigern sowie die Arbeitsplätze der städtischen Mitarbeiter sichern“, begründet Oberbürgermeister Thomas Eiskirch (SPD) den Vorschlag der Verwaltung, der dem Vernehmen nach noch vor der Sommerpause durch die Politik abgesegnet werden soll. Zur Neuorganisation soll dem Vernehmen nach auch gehören, dass die neue Gesellschaft von einem eigenen Geschäftsführer geleitet wird.

588 000 Besucher kamen im vergangenen Jahr in die sieben städtischen Bäder. Der Aufwand zum Unterhalt der Einrichtungen ist immens. So betrug der Zuschussbedarf allein 2015 für alle Bäder insgesamt knapp 7,3 Millionen Euro – 11,80 Euro je Besucher. Künftig sollen sie wirtschaftlicher betrieben, aber auch modernisiert werden. „Die Bäder entsprechen heute nicht mehr den veränderten Erwartungen und Anforderungen an einen modernen Betrieb und müssen attraktiver gestaltet werden“, heißt es in einer Erklärung der Stadt. Investitionen in Qualität und Ausstattungen seien dringend notwendig.

90 Beschäftigte betroffen

Zugestimmt habe der Veränderung bereits die Mitarbeitervertretung, zumal den Beschäftigten „keinerlei Nachteile entstehen“, so die Stadt. Insgesamt 90 Mitarbeiter wären von der Neuorganisation betroffen. „Wir sehen bei der derzeitigen Haushaltslage der Kommune keine andere Lösung, als die Bäder in eine eigenständige GmbH zu überführen“, sagt Frank Oldach, Vorsitzender des Personalrates. Erwartet werde aber ein zukunftsfähiges Konzept für die Bäder, außerdem müsse die neue Gesellschaft dem Kommunalen Arbeitgeberverband beitreten. Sichergestellt werden müsse auch eine rechtssichere Überleitung der Beschäftigung, wozu vor allem gehöre, dass sie weiterhin nach dem Tarif des öffentlichen Dienstes bezahlt werden.

>>Bäderdefizite 2015

Die Defizite und Besucherzahlen der Bäder im Jahr 2015:

Querenburg (1,2 Millionen Euro, 158 266 Besucher)
Hofstede (1,7 Millionen, 104 946)
Linden (1,1 Millionen, 84 451)
Langendreer (1,4 Millionen, 104 061)
Höntrop (1,1 Millionen, 74 131)
Südfeldermark (0,4 Millionen, 51 451)
Werne (0,5 Millionen, 40 668)

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