Kunstprojekt

Kinder bauen Fahrräder zu Musikinstrumenten um

Parade mit den fertigen Klangrädern: Eine Woche lang bauten Kinder gebrauchte Räder zu Musikinstrumenten um.

Foto: Ingo Otto

Parade mit den fertigen Klangrädern: Eine Woche lang bauten Kinder gebrauchte Räder zu Musikinstrumenten um. Foto: Ingo Otto

Stahlhausen.   Sieben- bis Elfjährige stürzten sich mit Feuereifer in die Arbeit. Klangräder können zur Tour auf dem Springorum-Weg ausgeliehen werden.

Es klingelt, es trommelt, es schnarrt und klackert. Was acht Kinder im Alter zwischen sieben und elf Jahren im Stadtteilzentrum Q1 in dieser Woche kreiert haben, kann sich sehen, vor allem aber hören lassen. Unter Anleitung des niederländischen Performance- und Klangkünstlers Rob Verwer bauten sie gebrauchte Fahrräder um in neonfarbene Klangkörper, die beim Radeln Töne erzeugen.

Dieser Workshop ist ein Vorgriff auf das Festival Bo-Biennale im Juni, denn dort werden die Kinder als Botschafter durch die Stadt fahren. Auf dem Springorum-Radweg können die Klangräder am 15. Juni ausgeliehen werden. Die Idee dazu hatte Annette Helmstädter, die das Projekt beim Bildungsprogramm Kulturrucksack anmeldete. Rob Verwer entwickelte dann ein Konzept und einen Prototypen. Die Ideen aber kamen von den Kindern selbst.

Stolz auf die Leistung

Die Kursteilnehmer sind deshalb allesamt stolz auf ihre Arbeit. Frieder (11) und Konrad (11) erschufen ein Xylophon-Rad mit ausgeklügelter Technik. „Wir nahmen Flaschendeckel, steckten sie auf eine Holzplatte; über die Radpedale trifft Metall auf die Verschlüsse“, schildert Frieder, der Klavier und Gitarre spielt. Mit dieser musikalischen Vorbildung weiß er: „Je dichter ich die Deckel stecke, desto kürzer wird der Takt.“ Die Jungs schufen gemeinsam ein Tandem mit Takt. „Alles unsere Idee, Rob musste uns sogar bremsen.“ Der Einfall, Plastikverschlüsse als Basis zu verwenden, hat Rob Verwer den Kindern vorgemacht.

Trommelräder werden verstärkt mit Schellen und Rasseln

Auch Yigit (11) hat viel Rhythmus-Gefühl, „ich habe ein türkisches Saiteninstrument erlernt“, sagt er. Sein Fahrrad in schreiendem Grün trommelt durch den Aufschlag der Pedale, vorne hat er Klacker installiert, was zusammen eine beachtliche Lautstärke erzeugt. Der Junge hat so lange getüftelt, bis er sogar eine Melodie hervorbringen konnte.

Yade (8) und Ella (7) haben Trommelräder gebaut, musikalisch verstärkt mit Rasseln und Klingeln. „Ein Schlauch berührt eingebaute Hindernisse und schlägt auf die Trommel“, erklärt Yade. Ella hingegen entschied sich, möglichst viele Klingeln auf Lenker und Pedale zu stecken, „die sind lauter als die Trommel“.

Künstler ist ganz angetan vom Eifer der Kinder

Rob Verwer machte mit dem Bochumer Projekt eine neue Erfahrung: „Ich gebe zwar zuhause in Nijmwegen viele Kurse, aber sonst nur für Jugendliche. Die Kinder hier waren mit so viel Eifer dabei. Kaum haben wir uns gemeinsam zum Mittagessen hingesetzt, sprangen sie auf und rannten in die Werkstatt, um weiterzumachen.“

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