Partymeile

Gutachten: Bermuda-Dreieck ist für Bochum unverzichtbar

Ein Prost auf das Dreieck: Drei Millionen Besucher vergnügen sich jährlich im Bermuda-Dreieck. Das Ausgehviertel ist damit auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für unsere Stadt, besagt ein neues Gutachten.

Foto: Ingo Otto

Ein Prost auf das Dreieck: Drei Millionen Besucher vergnügen sich jährlich im Bermuda-Dreieck. Das Ausgehviertel ist damit auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für unsere Stadt, besagt ein neues Gutachten. Foto: Ingo Otto

Bochum.   Das Bermuda-Dreieck ist nicht nur für das Image, sondern auch für die Wirtschaft Bochums unverzichtbar. Das weist ein neues Gutachten aus.

Das Bermuda-Dreieck ist für Bochum nicht nur als Imageträger, sondern auch als Wirtschaftsfaktor unverzichtbar. Das ist das Ergebnis eines Gutachtens, das am Freitag vorgestellt wurde. Derweil sieht sich die Stadt einer Klage gegenüber. Im Fokus: die umstrittenen Pläne für ein Hotel an der Viktoriastraße.

80 Betriebe auf zwei Quadratkilometern mit drei Millionen Gästen jährlich: An der Anziehungskraft von Bochums Ausgehviertel herrscht kein Zweifel. Doch welche wirtschaftliche Bedeutung hat die Flaniermeile? Das wollte die Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) als Zusammenschluss aller Bermuda-Akteure genau wissen. Das Hamburger Forschungsbüro Jakob Franz Schmid wurde mit einem Gutachten beauftragt. Stadt, Wirtschaftsentwicklung, Bochum Marketing und IHK leisteten Unterstützung.

Die Ergebnisse beeindruckten die Vertreter aus Verwaltung, Politik und Wirtschaft bei der Präsentation am Freitag im Musikforum. Die wichtigsten Zahlen und Fakten:
– Mit jährlich 60 Millionen Euro verbucht das Bermuda-Dreieck ein Viertel des gesamten Gastronomieumsatzes in Bochum.
– Auf weitere knapp 30 Millionen Euro summieren sich Einnahmen u.a. für Hotels, Einzelhandel, Parkhäuser oder Taxibetriebe.
– An 1166 Mitarbeiter werden jährlich 8,7 Millionen Euro Löhne und Gehälter ausgezahlt: wichtig gerade für die vielen Studenten, die im Dreieck einen Minijob haben.

Es zeige sich, dass das Bermuda-Dreieck „weit mehr ist als eine Partymeile. Wir müssen alles tun, dass das so bleibt“, erklärte IHK-Chef Erik Weyk. BO-Marketing-Chef Mario Schiefelbein bekräftigte den Stellenwert, den das Viertel für den Ruf und die Bekanntheit unserer Stadt einnehme. Die Bedeutung des Einzelhandels werde in den nächsten Jahren zugunsten von „Erlebnisräumen“ schwinden. Und: Laut der Studie kommt jeder zweite Bermuda-Gast nicht aus Bochum; es gelte, die Werbung für das Dreieck nochmals zu forcieren. Oberbürgermeister Thomas Eiskirch (SPD) unterstrich die gute Zusammenarbeit zwischen der Stadt und der ISG Bermuda-Dreieck.

Leo Bauer wehrt sich gegen Hotelpläne

Die ist aktuell einer Bewährungsprobe ausgesetzt. Wie berichtet, wehren sich die Bermuda-Gastronomen gegen einen Hotel-Neubau an der Viktoriastraße, unweit des Mandra-Biergartens und unmittelbar an der Diskothek Riff. Mit einer Herberge an dieser prominenten Stelle sei nicht nur das nächtliche Treiben im Dreieck, sondern die weitere Entwicklung des Kreativquartiers gefährdet. Leo Bauer, einst „Erfinder“ des Dreiecks, bestätigte am Freitag der WAZ, dass er Klage gegen den Bau eingereicht habe. Die Stadt wollte sich nicht äußern.

Seinen Ruf als pulsierende Partymeile poliert das Bermuda-Dreieck an jedem Wochenende auf. Die wirtschaftlichen Dimensionen des Ausgehviertels waren bislang nur zu erahnen. Nun gibt’s trockene Zahlen rund um das feuchtfröhliche Vergnügen. Und die sind beeindruckend. Knapp 87 Millionen Euro werden jährlich im und durch das Dreieck umgesetzt. Das sind 230 000 Euro Tag für Tag.

>>>Kommentar: Magnet und Marke

Das Eck: Es ist Magnet und Marke, Arbeit- und Auftraggeber zugleich. Die Stadt ist gut beraten, ihr Aushängeschild zu pflegen und zu schützen. Das erfordert, den Machern rund um Bermuda-Veteran Leo Bauer planungsrechtliche Sicherheit und ordnungsrechtlichen Spielraum zu gewähren. Der Rahmen muss stimmen. Den Rest regelt das Dreieck ganz allein.

Diese Arbeitsteilung hat in den letzten Jahrzehnten gut funktioniert. Kaum vorstellbar, dass der geplante Hotelneubau daran etwas ändern wird. Zwar hat Leo Bauer gegen die Stadt geklagt. Intern jedoch ist zu hören, dass beide Seiten eine außergerichtliche Lösung anstreben. Die kann, die wird, die muss pro Dreieck ausfallen. Heißt: Der Investor freundet sich mit dem lauten Nachtleben an – oder baut an anderer Stelle.

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