Nahverkehr

Bogestra informiert Fahrgäste an Haltestellen in Echtzeit

Die Busse übertragen ihren Standort direkt auf einen Server, der die Ankunftszeit dann auf die App und die neuen Anzeigetafeln weitergibt. Auch für statistische Zwecke können die Daten eingesetzt werden.

Foto: Gero Helm

Die Busse übertragen ihren Standort direkt auf einen Server, der die Ankunftszeit dann auf die App und die neuen Anzeigetafeln weitergibt. Auch für statistische Zwecke können die Daten eingesetzt werden. Foto: Gero Helm

Bochum.  60 Haltestellen rüstet die Bogestra bis Ende des Jahres mit neuen Anzeigetafeln aus. Bei den Straßenbahnen fehlt noch die nötige Technik.

Der Pilotversuch an den Haltestellen Oskar-Hoffmann-Straße in Bochum und Musiktheater Gelsenkirchen war erfolgreich, jetzt gehen die digitalen Anzeigetafeln der Bogestra an den Haltestellen in Serie. Bisher profitieren allerdings nur Busfahrer von der Neuerung. Bahnfahrer müssen sich noch gedulden.

Auf den kompakten Anzeigen steht, welche Busse wann an der Haltestelle abfahren – in Echtzeit. Möglich wird das durch das sogenannte ITCS, das Intermodal Transport Control System, das in den Bussen schon seit Jahren vorhanden ist.

System nutzt die GPS-Technik

„Dieses System funktioniert mittels GPS“, so Bogestra-Pressesprecher Christoph Kollmann. Die Busse senden ihre Daten an einen Server und stehen dadurch in ständigem Kontakt mit der App und den neuen Anzeigetafeln. So wird der Fahrgast jederzeit über mögliche Verzögerungen informiert.

Gleichzeitig dienen die digital gesammelten Informationen der Bogestra als Informationspool: „Wir können jetzt noch besser verfolgen, wo Probleme auftreten“, sagt Kollmann. Stoßzeiten oder andere erhöhte Verkehrsaufkommen können durch die Daten erkannt und Fahrzeiten angepasst werden. Jüngstes Beispiel ist die Linie 378, deren Fahrpläne nun aufgrund der ITCS-Auswertung überarbeitet werden.

Kunden reagieren unterschiedlich

Bisher gilt das gesamte Angebot allerdings nur für die Busse. Die Straßenbahnen melden ihren aktuellen Status noch über einen Meldeempfänger. So kommt es, dass bei den Anzeigen der Busse die Ist-Ankunftszeit dargestellt wird, bei den Straßenbahnen lediglich die planmäßige Soll-Ankunftszeit.

Aber auch dieses Problems nimmt sich die Bogestra in einem zweiten Projekt an. Derzeit werden die Tunnel und Wagen auf ITCS umgerüstet. Mitte des Jahres soll die erste Bahn mit der neuen Methode regulär fahren. Voraussichtlich Ende 2017 sind dann alle Straßenbahnen mit dem neuen System ausgestattet.

Arbeiten laufen seit März

Seit März rüstet die Bogestra die Haltestellen mit den neuen Masten aus. Installiert sind sie derzeit beispielsweise an den Haltestellen August-Bebel-Platz, Ruhr-Universität, Höntrop Kirche, Weitmar Mitte, Freiheitsstraße und Linden-Mitte. Insgesamt sollen bis Ende des Jahres 60 Haltestellen in Bochum und Gelsenkirchen über die digitalen Anzeigetafeln verfügen.

Bei den Fahrgästen sind die Reaktionen gemischt: „Eigentlich unnötig“, findet sie Leonie Müller. Schließlich gebe es die ausgedruckten Fahrpläne. Ganz anders sieht es Annette Knorr: „Ich finde sie sinnvoll, weil man so sieht, ob der Bus Verspätung hat. Dann muss ich nicht online nachschauen.“

>>> Anzeigen werden mit Batterie betrieben

Pro Mast investiert die Bogestra rund 5000 Euro . Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) fördert das Projekt mit 85 Prozent der Gesamtsumme.

Auf den Anzeigen werden jeweils Informationen zu den vier nächsten Fahrten angezeigt. Zu sehen sind neben der Linie auch der Zielort und die Abfahrtszeit der Busse und Bahnen.

Die Anzeigen werden mit einer Batterie betrieben. Die Batterien haben eine Laufzeit von etwa zwei Jahren.

Für sehbehinderte Fahrgäste besteht die Möglichkeit, sich per Knopfdruck die aktuelle Anzeige vorlesen zu lassen.

Seite
Auch interessant
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik