Digitalisierung

Kinder gehen in Briloner Museum mit App auf Schatzsuche

Luis und Luise lösen mit Biparcours im Haus Hövener spannende Rätsel rund um die Stadtgeschichte Brilons.

Foto: Laura Baer

Luis und Luise lösen mit Biparcours im Haus Hövener spannende Rätsel rund um die Stadtgeschichte Brilons. Foto: Laura Baer

Brilon.  Kinder haben im Briloner Haus Hövener eine App getestet. Mit ihr sollen sie spielerisch und nun auch digital die Stadtgeschichte kennenlernen.

Piraten suchen große Goldschätze bekanntlich mit alten, vergilbten Schatzkarten. Im Museum Haus Hövener begaben sich Mädchen und Jungen im Alter von acht bis zehn Jahren jetzt auf eine etwas andere, digitalere Schatzsuche. Die Karte: ein Tablet mit App.

Die Idee

Mithilfe der Kulturplattform Biparcours können Ketten von Folien, ähnlich zu einer Präsentation mit Powerpoint, erstellt werden. Gefüllt werden sie mit verschiedenen Medien: Audios, Videos, Texten, Bildern oder Fotos. Im Haus Hövener ist so eine digitale, interaktive Schatzsuche entstanden. Kinder können die Stadtgeschichte ab jetzt spielerisch erkunden. Als beispielhafter außerschulischer Lernort ist das Museum mit dem Digitalisierungsprojekt auf der Plattform Pädagogische Landkarte NRW verzeichnet. „In den letzten Jahren hat sich die Besucherkultur gewandelt“, sagt Carsten Schlömer vom Museumsteam. „Tablets und Smartphone gehören dazu – wenn man die Kinder aus den Schulräumen ins Museum holen will, muss man jetzt anfangen.“

Besucher können ihre Tablets und Smartphones beim nächsten Museumsbesuch entweder selbst mitbringen oder vor Ort ausleihen. Nach dem Herunterladen der App kann die Suche nach dem Schatz von Johannes de Piscina, einst Bürgermeister der Stadt Brilon, beginnen.

Vom Raum Stadtgeschichte, durch den Museumsgarten, in den Keller bis hoch in die Küche führt die digitale Karte die Kinder. Bis zum Schatz ist es ein lehrreicher Weg: Wann bekam Brilon die Stadtrechte verliehen? Welche Tiere befinden sich auf der Schnade- und Schützenfahne? Wie schwer ist eigentlich der Bleiglanz? Einige Antworten auf diese Fragen entschlüsseln einen Code. Den brauchen die Schatzsucher, um schließlich die sagenumwobene Schatztruhe öffnen zu können.

Die Akteure

„Ich fand das schön. Am besten hat mir die Station gefallen, an der man das Kärtchen mit dem Spiegel finden musste. Ich fand es wirklich spannend und habe auch was gelernt. Manchmal könnten die Aufgaben noch etwas schwieriger sein.
Cedrik Riemann ist zehn Jahre alt und konnte den Biparcours im Museum Haus Hövener als einer der Ersten testen.

„Das Museum ist ein Haus des Lernens. Wir wollen die Menschen aktiv einbinden und keine passiven Konsumenten vor dem Schaufenster.“
Winfried Dickel ist Vorsitzender der Museumsstiftung und des Briloner Heimatbundes – Semper Idem e.V. Er freut sich darüber, dass das Projekt Bioparcours das Museum als außerschulischen Lernort im Portal Pädagogische Landkarte NRW verkankert hat.

„Es geht um „learning by doing“ – um das selbstständige Entdecken und Lernen mit Spaß und Freude. Wenn wir auf der pädagogischen Landkarte auf Brilon klicken, sind bereits fünf außerschulische Lernorte in Brilon aufgeführt.
Friedel Schumacher, Redakteur für den HSK des Portals Pädagogische Landkarte, ist immer auf der Suche nach neuen außerschulischen Lernorten in den Region.

„Ich fand es cool, weil man im Team Fragen beantworten konnte. Ich war schon mit der Schule hier, aber das war jetzt cool mit den Tablets.“
Thea Mielke ist zehn Jahre alt und war eine der App-Tester.

„Wir erleben gerade einen rasanten Wandel der Zeit - können wir da Schritt halten? Das Zauberwort in der Gesellschaft: Digitalisierung. Wir sind gefragt, uns den Veränderungen zu stellen. Es wäre fatal, die Entwicklungen zu verteufeln.“
Martina Nolte, Schulamtsdirektorin des Schulamts HSK, betont, dass es wichtig sei, die Medien so einzusetzen, dass Schüler erreicht werden können. Die interaktive Schatzsuche sei da ein gutes Beispiel.

T echnik und neue Medien dienen der Wissensvermittlung – einfacher, umfänglicher und auf neuen Wegen. 2020 erwarten wir Gäste aus 16 europäischen Ländern. Gerade da bringt uns sowas nach vorne.“ Bürgermeister Dr. Christof Bartsch über das Digitalisierungsprojekt Biparcours im Museum Haus Hövener. „Das ist eine riesen Bereicherung für die Stadt“, betont er.

>>>>Info: Tablets von Volksbank gestiftet

  • Die Tablets von der Volksbank Brilon-Büren-Salzkotten e.G. gestiftet. Sie können gegen einen Pfand an Besucher für Museums- oder Stadtführungen in verschiedenen Sprachen ausgeliehen.

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