Angerlauf

Volker Dorns Streckenrekord hält wohl für die Ewigkeit

Wohl zum letzten Mal nahmen die Teilnehmer in Huckingen den 10 000-Meter-Lauf in Angriff.

Foto: Daniel Elke

Wohl zum letzten Mal nahmen die Teilnehmer in Huckingen den 10 000-Meter-Lauf in Angriff. Foto: Daniel Elke

Duisburg.  Die seit vielen Jahren bestehende Bestmarke wurde nicht geknackt. Künftig wird es zumindest den 10 000-Meter-Lauf wohl nicht mehr geben.

Volker Dorn darf sich freuen. Sein Streckenrekord, den der inzwischen 53-Jährige einst im Dress des LC Duisburg beim Angerlauf aufstellte, hat auch nach der 41. Auflage Bestand – und somit voraussichtlich für die Ewigkeit. Da die Veranstalter von TuSpo Huckingen aufgrund geplanter Baumaßnahmen am Start-Ziel-Bereich an der Albert-Schweitzer-Schule den 10 000-Meter-Lauf in der bisherigen Form zukünftig wohl nicht mehr durchführen können, werden Dorns 31:37 Minuten aus dem Jahr 1994 nicht mehr aus den Geschichtsbüchern der Huckinger verschwinden.

72 Starter hatten am Samstag noch einmal die Gelegenheit, daran etwas zu ändern. Und Fabian Dichans kam zwar mit einem ordentlichen Vorsprung ins Ziel – seine Zeit von 33:30 Minuten brachte Dorns Rekord aber nicht ansatzweise in Gefahr. „Mehr war bei dem Wetter einfach nicht möglich“, lachte Dichans, der von Kopf bis Fuß vom Matsch gezeichnet war. „Bei blauem Himmel und Sonne kam ich hier an“, so der Sieger, der im neuen Dress vom Ayyo-Team Essen zum ersten Mal den Angerlauf gewann. „Aber pünktlich zum Start war es mit der Herrlichkeit vorbei.“

Schnee, Regen, Kälte und Wind

Die Läufer trotzten einem widrigen Mix aus Schnee, Regen, Kälte und Wind. „An manchen Stellen war die Strecke richtig seifig“, berichtete Dichans, der in seiner Siegerzeit „eine Bestätigung meiner guten Form“ sah. Immerhin rannte er auch Karsten Kruck davon, der 16 Sekunden später als Zweiter ins Ziel kam. Den zweifachen Muskelfaserriss und doppelten Sehnenanriss, den sich der Mann vom ASV im Oktober beim Halbmarathon von Düsseldorf nach Duisburg eingehandelt hatte, hat der mehrfache und auch letztjährige Angerlaufsieger noch nicht ganz verdaut. „Es zieht noch“, so Kruck, „gerade bei der Kälte merke ich das sofort, sobald ich etwas anziehe.“ Der Vorsprung auf Platz drei war dennoch enorm. Der 18-jährige Maximilian Jakobs kam nach 36:21 Minuten ins Ziel. Als „den Umständen entsprechend gut“, beschrieb der junge Lokalmatador sein Ergebnis – und schob nach: „Aber man muss bei allen Bedingungen laufen.“

Das dachten sich insgesamt 211 Starter. 93 davon waren beim 5000-Meter-Lauf dabei, den Björn Tertünte (16:54, Ayyo-Team Essen) und Carina Fierek (19:52, TuS Xanten) gewannen, und die im Gegensatz zu den 10 000-Meter-Läufern noch trocken ins Ziel kamen.

Womöglich lag es auch an den schlechten Wetteraussichten, dass sich im Vergleich zum Vorjahr rund 140 Teilnehmer weniger einfanden – und das beim wohl letzten Angerlauf seiner Art. „Das ist schon etwas schade“, meinte Roman Roßmann, der mit gemeinsam mit dem Organisationsteam nun erst einmal abwarten will, „wie es mit dem Gelände weitergeht“, um dann mögliche Alternativen in Erwägung zu ziehen. „Aber wir wollen auch nicht alles an den Teilnehmerzahlen festmachen. Ansonsten ist alles reibungslos gelaufen“, freute sich der Mitorganisator, dass auch die durchnässten 10 000-Meter-Läufer ein Lächeln im Gesicht hatten. So wie Sonja Beba vom ASC Rosellen/Neuss, die in 41:49 Minuten fast eine Minute vor Katja Kanditt (42:36, OSV Waldniel) als schnellste Frau einlief und den Lauf schlicht als „schön“ beschrieb.

Vor 24 Jahren schaffte es eine Frau im Dress des LC Duisburg übrigens, fünf Minuten und sechs Sekunden schneller als die Siegerin vom Samstag ins Ziel an der Anger zu kommen. Auch dieser Rekord von Elisabeth Wehr wird wohl nicht mehr aus den Geschichtsbüchern der Huckinger verschwinden.

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