Angerlauf

Duisburger Angerlauf steht vor einer ungewissen Zukunft

Ist es womöglich der letzte Startschuss? Am Samstag nehmen die Teilnehmer des Angerlaufs jedenfalls noch einmal die Strecke in Angriff.

Foto: Michael Dahlke

Ist es womöglich der letzte Startschuss? Am Samstag nehmen die Teilnehmer des Angerlaufs jedenfalls noch einmal die Strecke in Angriff. Foto: Michael Dahlke

Duisburg.   Die 41. Auflage geht am Samstag in Huckingen über die Bühne. Die Umbaupläne an der Albert-Schweitzer-Schule bereiten den Veranstaltern Probleme.

Der Angerlauf ist die mit Abstand älteste Veranstaltung der Leichtathleten von TuSpo Huckingen. Bereits zum 41. Mal jährt sich der 10 000-Meter-Lauf um den gleichnamigen Fluss im Duisburger Süden. Doch diese Tradition steht nun vor ihrem Ende. Zumindest in der bisherigen Art wird der Lauf um die Anger am Samstag wohl zum letzten Mal stattfinden.

Die Stadt hat für die Albert-Schweizer-Schule, welche die Huckinger als wichtigen Infrastrukturpunkt für ihre Veranstaltung nutzen, massive Umbaupläne vorgesehen, die ursprünglich in diesem Monat beginnen sollten und bis Ende 2018 abgeschlossen sein sollen. „Es gab einige Proteste gegen die Pläne“, berichtet Roman Roßmann. „Bisher ist auch noch nichts passiert, sodass wir am Samstag noch nicht betroffen sind. Aber ob im vorgesehenen Ausmaß oder nicht, irgendetwas wird an der Schule passieren. Und sollten die derzeitigen Pläne umgesetzt werden, werden wir den Lauf im nächsten Jahr definitiv nicht durchführen können“, erklärt der Mitorganisator.

Unter anderem soll die Turnhalle, die den Huckingern sowohl als Meldestelle, wie auch Aufenthalts- Umkleide- und Verpflegungsstation dient, durch eine neue Doppelhalle ersetzt werden. Diese wiederum würde die Fläche des als Parkplatz dienenden Schulhofs erheblich einschränken, und auch der Start-Ziel-Bereich hinter dem Schulhof an der Anger würde den Umbauten zum Opfer fallen.

Meldezahlen liegen noch hinter den Erwartungen zurück

„Es ist unser ältester Lauf, den wollen wir natürlich gern an der Anger halten“, lässt Roßmann die Option offen, nach Abschluss der Umbauarbeiten auch die neuen Gegebenheiten nutzen zu können. „Eine Streckenänderung wird es aber mit Sicherheit geben müssen. Und während der Bauphase werden wir den Lauf nicht durchführen können.“

Es könnte ein zusätzlicher Anreiz für die Läufer sein, zu den Teilnehmern an diesem letzten Angerlauf in seiner bisherigen Art zu gehören. „Die Meldezahlen liegen allerdings hinter unseren Erwartungen zurück“, zieht Roßmann bei aktuell rund 200 Vormeldern im Vergleich zur mit 358 Teilnehmern gut besetzten Jubiläumsausgabe im letzten Jahr einen „eher enttäuschenden“ Vergleich.Anmeldungen sind im Netz unter www.sued-cup.de noch bis Freitagmorgen, Nachmeldungen bis 15 Minuten vor dem jeweiligen Start möglich.

Volker Dorn hält den Streckenrekord seit 23 Jahren

Voraussichtlich wird sich auch Nikki Johnstone dieser Möglichkeit bedienen. Der Schotte, der im letzten Jahr eigens für den Angerlauf einen Zwischenstopp bei seiner Rückreise nach Äthiopien einlegte, ist jedenfalls im Land und legte erst vor einer Woche beim 10 000-Meter-Lauf in Ratingen eine neue persönliche Bestzeit von 31:47 Minuten hin. Zwar vermutet Roßmann, dass es ohne die Konkurrenz, die Johnstone in Ratingen hatte, schwer für ihn wird, diese Bestzeit auf voraussichtlich von Schnee und Matsch bedeckter Strecke noch einmal zu unterbieten. Vom Streckenrekord, den Volker Dorn seit nunmehr 23 Jahren hält, ist der Mann vom ART Düsseldorf mit seiner neuen Bestzeit aber nur noch zehn Sekunden entfernt. Es wäre jedenfalls ein passendes Geschenk zum 33. Geburtstag, den der Schotte am Samstag feiert – und zumindest für die bisherige Form des Angerlaufs wohl ein Rekord für die Ewigkeit.

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