Europa League

Gladbachs Thorgan Hazard lebt als Stürmer auf

Gladbachs Thorgan Hazard hofft auf einen Einsatz im Zentrum.

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Gladbachs Thorgan Hazard hofft auf einen Einsatz im Zentrum. Foto: Getty

Mönchengladbach.  Am Donnerstag trifft Gladbach in der Europa League auf den AC Florenz. Thorgan Hazard und Lars Stindl werden wohl Borussias Offensivduo bilden.

. Seit sechs Wochen arbeitet Dieter Hecking inzwischen auf dem Trainingsgelände vor dem Borussia-Park – und hat dabei vor allem an der Alltagstauglichkeit der ihm Anvertrauten gefeilt. Seit der 52-Jährige das Kommando übernommen hat, laufen und sprinten die Spieler in ihren Partien wieder deutlich mehr, sind in ihren Aktionen erkennbar mutiger und sicherer. Der Lohn: Unter dem neuen Trainer ist Gladbach noch ungeschlagen, die letzten vier Pflichtspiele wurden allesamt gewonnen – und jetzt darf Hecking mit seinem neuen Klub erstmals internationales Flair spüren.

Kapitän Stindl wieder in der Elf

Am Donnerstag kommt der AC Florenz zum Hinrunden-Duell in der Zwischenrunde der Europa League zu Besuch, und Borussias Trainer ist zuversichtlich: „Durch den Sieg in Bremen wird das jetzt ein richtiger Festtag.“ Die Rückkehr des zuletzt gesperrten Kapitäns Lars Stindl macht die Auseinandersetzung mit dem Team aus der Toskana nicht unattraktiver. Schließlich war der Angreifer derjenige, der Heckings Kopf-hoch-Brust-raus-Devise von Beginn an am intensivsten umsetzte. Beim 3:2 in Leverkusen, dem nachhaltigsten Erfolgserlebnis, avancierte Stindl so zur entscheidenden Figur. Ebenso wie Thorgan Hazard zuletzt beim Sieg an der Weser.

Weil der verletzte Brasilianer Raffael weiterhin ausfällt, werden der 23-jährige Belgier und Kapitän Stindl wohl das Gladbacher Offensivduo gegen Florenz bilden. Seinen Hang zur Mitte hat Hazard immer sehr offen artikuliert – und bereits im Sommer 2015 erstmalig das entsprechende Zeichen gesetzt.

Hazard bekam die 10 von Kruse

Nach zwei Jahren bei Gladbach zog es Max Kruse damals nach Wolfsburg, am Niederrhein zurück ließ er auch die Rückennummer zehn. Flügelspieler Hazard nutzte die Gelegenheit, hob die Hand und gab das eigene Trikot mit der Nummer 26 ab.

„Ich mag die Zehn. Der Trainer weiß, dass ich am liebsten in der Zentrale spiele“, sagte er damals selbstbewusst. Drei Monate später trat dieser Trainer – Lucien Favre – allerdings zurück. Bei André Schubert rückte Hazard danach erst mal wieder in die zweite Reihe, fasste im vergangenen Frühjahr aber immer besser Fuß und durfte schließlich auch seine Lieblingsposition bespielen.

Es sei doch schade, spornte Hecking den Angreifer an, wenn er sich für seinen großen Aufwand auf dem Feld nicht belohne. Die motivierend gemeinte Spitze saß: In Bremen erzielte Hazard den 1:0-Siegtreffer und berichtete anschließend: „Der Trainer sagte mir vorher, dass ich effektiver sein muss. Manchmal muss man als Stürmer einfach den Abschluss suchen – auch wenn andere Spieler freistehen.“

Trainer Hecking verordnet Egoismus

Der stets etwas väterlich daherkommende Fußballlehrer Hecking verpasste seinen Spielern also nicht nur eine Stabilisierungskur sondern impfte ihnen eine gesundes Dosis Egoismus ein. Mit dieser Mischung wollen die Borussen im Heimspiel gegen Florenz nun die Basis für einen wichtigen Schritt legen – den ins Achtelfinale der Europa League.

„Wir kämpfen mehr und verlassen uns nicht mehr nur auf unsere fußballerischen Qualitäten“, hat Torwart Yann Sommer gerade schon festgestellt. Nur muss das, was im Ligaalltag inzwischen sitzt, nun eben auch im europäischen Wettbewerb funktionieren.

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