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Gladbachs Nico Schulz wagt Neustart unter Trainer Hecking

Nico Schulz.

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Nico Schulz. Foto: imago

Marbella.   Der Linksverteidiger will länger auf dem Platz stehen als in den 43 Minuten zuvor bei Trainer Schubert. Ein Winterwechsel ist kein Thema mehr.

Über sein Treffen mit Lionel Messi kann Nico Schulz nur noch müde lächeln. Dass der gebürtige Berliner seine einzige Einsatzchance in fast eineinhalb Jahren im Dress des Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach ausgerechnet auf der großen Bühne des Nou Camp, dem Stadion des FC Barcelona, in der Champions League erhalten sollte, wirkt wie eine miese Laune der Natur. „War schön dort, mehr aber auch nicht“, grantelt der 23 Jahre alte Linksverteidiger. Gladbach und Nico Schulz, das ist bisher eine Ehe voller Unglücke.

Olympia-Abenteuer verpasst

Und vermutlich wäre der verhinderte Olympia-Anwärter, der die Spiele in Rio de Janeiro mangels sportlicher Qualifikationsmöglichkeit im Verein nur im Fernsehen verfolgte, längst kein Borusse mehr. Wenn es nicht diesen Cheftrainerwechsel zwei Tage vor dem Heiligen Abend gegeben hätte. Dieter Hecking heißt nun Schulz’ sportliche Hoffnung. Unter dem Nachfolger von André Schubert soll der Ur-Herthaner wieder wirbeln. Wieder die linke Seitenlinie hoch- und runterkurbeln. Und nicht mehr an einen möglichen Winterwechsel denken. „Ein zweites Jahr zu verlieren“, betont Schulz, „das würde meiner Karriere gar nicht gut tun.“

Die erste Spielzeit am Niederrhein nach zuvor 13 Jahren Hertha BSC war verdorben wegen eines Kreuzbandrisses. Zugezogen hat er sich die Verletzung im Testspiel gegen den MSV Duisburg im Oktober 2015. Da war der für drei Millionen Euro transferierte Berliner gerade erst fünf Wochen in Gladbach. Der Riss des Kreuzbandes im Knie zog die übliche Leidenszeit von einem halben Jahr nach sich. Schmerzhafte Bewegungsübungen des operierten Gelenks inklusive. Schulz kämpfte sich zurück. Mühsam, aber mit Biss.

Doch erst im Sommer-Trainingslager am Tegernsee schien seine Chance auf Spielzeiten wirklich eine zu sein. Trainer André Schubert allerdings setzte auf seinen schwedischen Routinier Oscar Wendt. Konsequenz für Schulz: nur sechs Einwechslungen und insgesamt 43 Bundesliga-Minuten. Also nicht einmal eine komplette Halbzeit, in der der Abwehrspieler auf den Rasen durfte.

Was Schulz wurmte: Auch in der Krise – das erwähnte, sportlich bedeutungslose Barça-Spiel als Ausnahme – war seine Energie, seine Laufstärke und seine Dynamik im Zweikampf nicht gefragt. „Ich bin allerdings nicht der Megalautsprecher, der sich beschwert und schlechte Stimmung ins Team trägt. Ich habe mich immer angeboten, für einen Einsatz gearbeitet und mir nie etwas zu Schulden kommen lassen.“

Alternative für die Startformation

Nun will der Defensivmann Dieter Hecking überzeugen – mit Leistung, nicht mit Worten oder Gesten. Der Trainer wird beurteilen, ob Schulz vielleicht schon am 21. Januar zum Bundesliga-Jahresstart in Darmstadt eine Alternative ist. „Eine Überraschung haben wir vielleicht in petto“, sagt Hecking. Die Überraschung in der Viererkette hinten links könnte Nico Schulz heißen.

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