Derbysieg

Gladbach feiert den Derbysieg ausgelassen in der Kabine

Die Gladbacher jubeln über den Siegtreffer.

Foto: firo

Die Gladbacher jubeln über den Siegtreffer. Foto: firo

Köln.  Gladbach hat gegen Köln mit 3:2 gewonnen. Ein großer Erfolg und ein dickes Ausrufezeichen. Nach der Partie sprach Derby-Held Lars Stindl.

Über zwei Fragen in der Interviewzone des Rhein-Energie-Stadions kam Lars Stindl nicht hinaus. Borussias Mönchengladbachs 3:2 (1:1)-Siegtorschütze im 86. Rheinderby gegen den 1. FC Köln in der Fußball-Bundesliga wurde schlicht in die Umkleidekabine gezerrt. Seine Gladbacher Teamkollegen warteten da nämlich schon freudetrunken auf ihren Helden, der auf dem Erinnerungsfoto für die sozialen Netzwerke schließlich nicht fehlen sollte. Mit dem hochverdienten Erfolg bei schwächelnden Kölnern hat Gladbach im Kampf um einen Startplatz in der Europa League sechs Spieltage vor dem Saisonende ein dickes Ausrufezeichen gesetzt.

“Dass ich mit dem Treffer nun der Derby-Held bin, ist nur ein schöner Nebeneffekt”, erklärte Stindl vor dem Jubelfoto aus der Umkleide. “ Wir haben eine gute Leistung gezeigt, uns von der Atmosphäre nicht beirren lassen und unsere spielerischen Qualitäten an den Tag gelegt.”

Genauso war es auch. Und doch trotzten die defensiven Domstädtern allen Statistiken, etwa satten 75 Prozent Ballbesitz für Gladbach, und stellten das Derby zweimal auf Gleichstand. Jannik Vestergaards Führung mit einem Kopfballtreffer nach einer Ecke von Thorgan Hazard hatte nur fünf Minuten Bestand. Christian Clemens nutzte auf der Gegenseite ein erstklassiges Zuspiel von Torjäger Anthony Modeste freistehend vor Torhüter Yann Sommer zum Ausgleich. Viel mehr Chancen hatten die Gastgeber dann bis zum Pausenpfiff auch nicht. Die Borussia dominierte in allen Belangen. Einzig der Abschluss aus dem Spielfluss heraus blieb ein Manko.

Traoré trifft zum 2:1

Auch in der zweiten Halbzeit münzte Gladbach die spielerische Dominanz lange nicht gut genug in Treffer um. Ibrahima Traoré, der den mit einer Knieprellung ausgewechselten Raffael ersetzte, traf zwar mit einer flachen Hereingabe in den Kölner Strafraum zum schnellen 2:1 nach der Pause. Doch nur vier Minuten später hatte der FC wieder egalisiert. Modeste nahm einen Freistoß von Milos Jojic am Gladbacher Elfmeterpunkt direkt. Dieses Geschoss war für den bulligen Franzosen bereits der 23. Treffer im 28. Bundesliga-Spiel.

Als sich die Domstädter ein wenig vom Druck der Gäste zu befreien schienen, setzte Gladbach den Punch, zehn Minuten vor dem Ende: Linksflanke Oscar Wendt, Pfostentreffer des eingewechselten Josip Drmic, Abstauber-Flachschuss von Kapitän Lars Stindl. Die 5000 Gladbacher Fans waren in der 80. Minute der Extase nah. Wie die Profis später in der Kabine.

Stindl war nicht einzige Spieler im grünen Dress auf Wolke sieben. “Es war sicher kein schlechter Moment für mich, vor der Kölner Kurve auswärts das Führungstor zu erzielen”, erklärte Innenverteidiger Jannik Vestergaard hörbar stolz. “Ich komme dem Tor immer näher”, befand Pfostenschütze Josip Drmic. “Wir hatten einen unglaublichen Teamspirit heute”, betonte 2:1-Schütze Ibrahima Traoré.

Auf Kölner Seite war die Stimmung naturgemäß gedrückt

Auf Kölner Seite war die Stimmung naturgemäß gedrückt. “Wir haben beim Gegentor zum 2:3 nicht aggressiv genug im Strafraum gespielt”, kritisierte FC-Torhüter Timo Horn. Sein Trainer Peter Stöger ordnete das Gesehene richtig ein: “Die bessere Mannschaft hat verdient gewonnen.”

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