Gladbach-Analyse

Gladbach zwischen Europa, Berlin und Abstiegskampf

Das war die Entscheidung: Thomas Müller trifft gegen Gladbachs Yann Sommer zum 1:0-Sieg der Bayern.

Foto: firo

Das war die Entscheidung: Thomas Müller trifft gegen Gladbachs Yann Sommer zum 1:0-Sieg der Bayern. Foto: firo

Mönchengladbach.   Aufgrund einer Vielzahl an Verletzten kommt die Länderspielpause für Borussia Mönchengladbach wie gerufen. Danach geht es ums DFB-Pokalfinale, einen Start in der Europa League – und im ungünstigen Fall noch gegen den Abstieg aus der Fußball-Bundesliga.

Gerade einmal zwei Wochen ist es her, da hatte Dieter Hecking nach dem 4:2-Heimsieg über Schalke 04 den Abstiegskampf für Borussia Mönchengladbach in der Fußball-Bundesliga für beendet erklärt. „Ich gucke immer nach vorn und selten nach hinten“, hob der Gladbacher Cheftrainer nach dem 0:1 gegen Titelverteidiger Bayern München hervor, „aber die Aussage nach dem Schalke-Spiel muss ich wohl zurücknehmen.“

Fünf Punkte Vorsprung auf Relegationsplatz 16 und den Hamburger SV sind nach einer schwarzen Woche mit zwei Bundesliga-Niederlagen, dem Europa-League-Aus und empfindlichen Engpässen bei der Personalauswahl für frustrierte Gladbacher kein Ruhekissen.

Gerade an der Startelf entscheidet sich, ob Borussia noch auf Europa hoffen darf. Also vermutlich auf den nur vier Punkte entfernten Platz sieben der Frankfurter, sollte Bayern oder Dortmund das DFB-Pokalfinale gewinnen. Ausfälle wie Kapitän Lars Stindl, Wirbelwind Thorgan Hazard, Lenker Mahmoud Dahoud oder Weltmeister Christoph Kramer sind eine zu schwere Hypothek.

Ausrufezeichen durch Bénes

Das zeigte sich zuletzt gerade in der Offensive. Josip Drmic, Jonas Hofmann und André Hahn sind eben nicht Raffael, Lars Stindl oder Thorgan Hazard. Dass gegen Bayern der nach dreiwöchiger Verletzungspause unerwartet eingewechselte Hazard allein mehr wirbelte mehr als die Kollegen in 70 Minuten zuvor, sprach Bände. Trainer Hecking legte das Gesehene positiv aus: „Thorgan gibt mir ein gutes Gefühl für die Zeit nach der Länderspielpause.“

So weit mochte Hecking bei Laszlo Bénes nicht gehen. Der 19-jährige Slowake feierte gegen Bayern sein Bundesliga-Debüt. Deutete in zwölf Spielminuten mit zwei schönen Pässen sein enormes Spielvermögen an. Was aufgrund des Personalengpasses auf seiner Sechser-Position eine vortreffliche Gelegenheit war. Denn: Tobias Strobl und Tony Jantschke ersetzen die Starter Dahoud und Kramer bei weitem nicht gleichwertig.

„Lászlo hat ein Riesenpotenzial, ist unbekümmert und kann im Fußball viel bewegen. Er hat seine Nase rausgestreckt“, lobte Trainer Hecking. Das sollte mit einem guten Gefühl für die Borussia-Gemeinde einhergehen.

Mahmoud Dahoud wird zum Spiel gegen Europa-Konkurrent Eintracht Frankfurt (1. April, 18.30 Uhr) zwar zurückerwartet. Doch die Tage des spielstarken Deutsch-Syrers im Gladbacher Dress sind gezählt. Neben Dortmund sind Klubs der Premier League am U21-Nationalspieler interessiert. Bénes könnte sich durchaus in die Rolle des Dahoud-Nachfolgers spielen.

Nur Kramer fällt weiter aus

Bis auf den am Knie verletzten Kramer darf Trainer Hecking nach der Länderspielpause auf alle Verletzten wieder setzen. Frankfurt, Hertha, Köln, Hoffenheim, Dortmund und Pokal-Halbfinale gegen Frankfurt heißt das Programm. Borussia kann die Saison immer noch zu einer erfolgreichen machen.

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