Kiosk-Knacker

Trinkhallen-Diebe vor Gericht – Zigaretten waren ihr Ziel

Foto: Volker Hartmann

Ruhrgebiet.   Vier Männer stehen vor Gericht, weil sie Trinkhallen im ganzen Revier geknackt haben sollen. Ihre Beute verkauften sie ebenfalls in einem Kiosk.

Sie kamen immer nach Mitternacht in Mietwagen der gehoben Klasse. Mit Vorschlaghämmern zerschmetterten sie Türen oder Fenster von Kiosken, Lotto- und Tabakwarenläden im ganzen Ruhrgebiet. Zigaretten waren ihr Ziel.

Vorgeworfen wird das vier mutmaßliche Mitgliedern einer Bande im Alter von 24 bis 45 Jahren. Sie müssen sich seit Mittwoch unter anderem wegen Diebstahls vor dem Essener Landgericht verantworten.

Bei 25 Taten innerhalb von sieben Monaten schafften sie es laut Anklage in wechselnder Beteiligung 16.000 Schachteln Zigaretten zu stehlen im Verkaufswert von 80.000 Euro. In Bettlaken oder Kissenbezügen sollen die Männer aus Dortmund, Bochum und Essen ihre Beute davon getragen haben. Laut Ermittlern wurden die Zigaretten an den 45-jährigen Angeklagten verkauft, der in Bochum einen Kiosk betrieb. Für alle Beteiligten soll das lukrativ gewesen sein.

Verkorkste Karrieren

Der jüngste Angeklagte zum Beispiel, ein 24-Jähriger aus Dortmund hat eine wenig erfolgreiche Schulkarriere hinter sich. Auch danach ging es in seinem Leben eher holprig weiter. Zeitweise arbeitete er in der Trinkhalle der Mutter. Er wurde vom Vater herausgeworfen, als er den Kiosk mehrmals schloss, um Haschisch mit Freunden zu rauchen. Zu den Tatvorwürfen werden sich die Angeklagten erst am zweiten Prozesstag äußern, auf den noch drei weitere folgen sollen. (-adB)

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