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Die Antwort auf alle Fragen heißt immer: Ruhrgebiet!

Fragen über Fragen – und die Antwort ist immer: Ruhrgebiet!

Foto: Initiativkreis Ruhr

Fragen über Fragen – und die Antwort ist immer: Ruhrgebiet! Foto: Initiativkreis Ruhr

Ruhrgebiet.   Junge Menschen aus der Wirtschaft zeigen im Netz mit witzigen Bildern und Texten die schönen Seiten ihrer Heimat. Eine Kampagne, die keine ist.

Der Wald ist wild und sehr grün. „Dschungel in Borneo? – Nein, Westruper Heide in Haltern.“ Stelen glühen im Sonnenuntergang. „Kultstätte der Sioux-Indianer? – Nö, Haldenkunstwerk in Bottrop.“ Kunstvoll schmiegen sich Patina-Engel an einen Laternenpfahl. „Paris an der Seine? – Fast, Villa Hügel.“

So kann man sich täuschen.

Man kann sich auch wundern über dieses Ruhrgebiet, man soll es auch. Das ist die Idee hinter all den wahren Trugbildern, die der Junge Initiativkreis Ruhr erfunden hat: „Das Ruhrgebiet in seiner Ohnehin-schon-Schönheit noch weiter voranzubringen“, sagt Janine Simmann. Die 37-Jährige aus der Kommunikations-Abteilung der RAG war dabei, als die Nachwuchs-Führungskräfte des Initiativkreises darüber nachdachten, was man tun kann für dieses Stück Deutschland, in dem sie leben und das die sie lieben. „Es ist für uns eines: die ganze Welt in einer Region.“ Das muss man doch „pushen“?

Immer mehr Bilder aus dem Revier im Netz

Tatsächlich gelingt das der Kampagne, die eigentlich gar keine sein sollte: Seit Anfang des Monats stehen immer mehr Bilder aus dem Revier im Netz, die zugehörige Facebookseite hat unter dem Hashtag #läuftimRuhrgebiet inzwischen fast 700 Fans. Und beinahe täglich werfen Kreative aus der Region neue Fragen auf.

Still ruht das Wasser auf einem Foto. Frage: „Badestrand in Pankow?“ Antwort: „Nö, Uettelsheimer See in Duisburg.“ Diese gläsernen Fassaden, ist das etwa das Bellagio, berühmtes Hotelcasino in Las Vegas? „Nein, ThyssenKrupp Quartier in Essen.“ Überhaupt gibt es viele Gebäude in der Galerie: das Dortmunder Konzerthaus (Kultclub in Tokio?), die Folkwang-Uni (Wohnsitz von Kaiserin Sissi?), Essens Hundertwasser-Haus (Gaudì-Park in Barcelona?).

Es könnte der Yachthaven von Mülheim ja auch der von Monaco sein, Gelsenkirchens Himmelstreppe eine Maya-Pyramide in Mexiko oder die Ruhr-Uni Bochum, nun ja, Rio. Nur zum Bild der orangefarbenen Rolltreppe auf Zeche Zollverein hat sich die Netz-Gemeinde noch nicht entschieden: „Stairway to heaven“ oder „Stairway to hell“? Himmel oder Hölle, Hauptsache Ruhrgebiet.

Häufige Meinung: Ruhrgebiet ist schöner als gedacht

Es ist die Schwarmintelligenz oder die künstlerische Ader des Schwarms, den sich die Jungunternehmer zunutze machen – und zugleich ein Phänomen des Internets: Man nennt es „Meme“, Mehrzahl Memes. Für Wissenschaftler die „Weiterverbreitung einer kulturellen Information“, für Nutzer der sozialen Medien schlicht ein Foto, das durch eine knackige Überschrift eine neue Bedeutung erhält. Überraschend soll die Aussage sein – wie das Ruhrgebiet selbst. Orte werden hier nämlich gezeigt, die, sagt Janine Simmann, „überraschend für andere sind“. Und „Ecken, die Außenstehende erst einmal nicht hier vermuten“.

Erreichen will der Initiativkreis, dass junge Menschen denken, was ältere Touristen längst immer häufiger sagen: „Hätte ich nicht gedacht, dass das hier so schön ist. Und so grün.“ Und vielleicht wird ja irgendwann doch eine Kampagne daraus – Postkarten, Plakate: „Die 20 schönsten Stellen.“

>>>INFO: FOTOGRAFIEREN, HOCHLADEN, TEXTEN

Unter www.dasruhrgebiet.de gibt es einen Meme-Generator. Dort können Kreative Bilder hochladen und betexten.

Sie könnten später auch bei Facebook erscheinen. Wichtig ist, dass die Fotorechte nicht bei anderen liegen.

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