Filmpreis

„Toni Erdmann“ hat bei deutschem Filmpreis viel Konkurrenz

Sandra Hüller als Ines und Peter Simonischek als Winfried/Toni in einer Szene des Films „Toni Erdmann“.

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Sandra Hüller als Ines und Peter Simonischek als Winfried/Toni in einer Szene des Films „Toni Erdmann“. Foto: - / dpa

Berlin  International hat „Toni Erdmann“ bereits zahlreiche Preise abgeräumt. Doch in der Heimat könnte es mit Auszeichnungen schwer werden.

Große Überraschung bei den Nominierungen zum Deutschen Filmpreis: Nicht Maren Ades Erfolgsfilm „Toni Erdmann“ ist der große Favorit, sondern Chris Kraus’ gewagte Tragikomödie „Die Blumen von gestern“ über zwei neurotische Holocaustforscher. Der Film kommt auf acht Nominierungen, danach folgt mit sieben Nominierungen Nicolette Krebitz’ ebenfalls gewagtes Aussteigerdrama „Wild“. Erst dann kommt „Toni Erdmann“ mit sechs Nennungen.

Es ist immer schwer, wenn ein Film, der schon weltweit reüssiert hat, ganz zuletzt für einen heimischen Filmpreis aufgestellt wird. „Toni Erdmann“ konnte im vergangenen Jahr noch nicht für die Lola nominiert werden, weil er erst im Juli 2016 seinen Kinostart hatte. Inzwischen hat der Film 42 internationale Preise eingeheimst und allein beim Europäischen Filmpreis abgesahnt.

Lola-Verleihung könnte dennoch ein „Toni Erdmann“-Abend werden

Aber bei den öffentlichkeitswirksamsten Filmpreisen, beim Golden Globe und beim Oscar, ging „Toni Erdmann“ wie schon in Cannes leer aus. Das mag sich auf das Votum der Deutschen Filmakademie, die über die Lolas abstimmt, ausgewirkt haben. Dass der Film zu „alt“ sei, ist jedenfalls kein Argument: „Wild“ ist sogar schon im April 2016 gestartet.

Die Lola-Verleihung könnte dennoch ein „Toni Erdmann“-Abend werden. Denn er ist in allen fünf Hauptkategorien vertreten: für den Besten Film, Regie und Drehbuch (alle drei Preise gingen dann an Maren Ade) sowie die Hauptdarsteller (Sandra Hüller und Peter Simonischek). In fast all diesen Kategorien trifft Ades Film auf „Die Blumen von gestern“. Der aber hat ausgerechnet keine Nominierung für die Hauptdarstellerin, obwohl die Französin Adèle Haenel im Zusammenspiel mit Lars Eidinger den Film wesentlich trägt. Eine weitere Überraschung bei den Nominierungen.

Zwei Preise stehen bereits fest

Der Deutsche Filmpreis wird am 28. April im Berliner Palais am Funkturm verliehen. Ebenfalls stark im Rennen sind Christian Schwochows Künstlerinnenporträt „Paula“, Fatih Akins Romanverfilmung „Tschick“ und das Abtreibungsdrama „24 Wochen“ mit je vier Nominierungen. Zwei Preise stehen schon fest: Die Ehrenlola geht an die Cutterin Monika Schindler, die Lola für den besucherstärksten Film an „Willkommen bei den Hartmanns“.

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