Sozialwahlen

Keine gute Wahlwerbung

In NRW sind rund zehn Millionen Versicherte zur Sozialwahl aufgerufen. Dass kaum einer von ihr weiß, sagt auch etwas über gewählten Gremien aus.

Die Sozialwahl findet alle sechs Jahre statt. Im gleichen Rhythmus beobachtet man, wie sich selbst einigermaßen informierte Arbeitnehmer am Kopf kratzen: Sozialwahl? Was war das noch gleich?

Im Kern ist die Sozialwahl eine urdemokratische Einrichtung. Versicherte und Rentner bestimmen Vertreter, die für ihre Interessen bei den Renten-, Unfall- und Krankenkassen eintreten. Das können Gewerkschaften oder kirchliche Gruppen sein. Diese Repräsentanten sitzen mit Arbeitgebervertretern am Tisch, entscheiden etwa über Beitragssätze. So weit, so wichtig. Warum ist die Sozialwahl also so unbekannt?

Zunächst lässt gar nicht jede Sozialversicherung auch tatsächlich wählen: Nur acht von etwa 100 Kassen und Rentenversicherern rufen zur Stimmabgabe auf. Die kleineren Ortskassen setzen auf eine „Friedenswahl“: Arbeitgeber und Gewerkschaften einigen sich selbst, wer die Versicherten vertreten soll – abgestimmt wird nicht.

Und selbst die gewählten Kontrollgremien arbeiten alles andere als öffentlichkeitswirksam. Zu wenig stellen sie heraus, wie sie denn nun sechs Jahre lang für die Versicherten gekämpft haben. Gute Wahlwerbung sieht anders aus.

Seite
Auch interessant
Leserkommentare (4) Kommentar schreiben