Familientreffen mit Onkel Häbbätt auf Schalke, die Hütte ist mit 50.000 Menschen ausverkauft. Darunter sind gar nicht so wenige Leute, die „Flugzeuge im Bauch“ und „Currywurst“ schon aus dem Laufstall kennen. Aber auch Silberlocken in allen Schattierungen zwischen kastanienbraun und schlohweiß. Die Familie ist eben vollzählig da. „Tumult“-Tour eben.

Seltsame Augen im Ethno-Muster zieren den Rand der Bühne, in der Mitte ragt ein 20-Meter-Steg ins Publikum, rechts und links noch zwei kürzere, und um zwei vor acht beginnen die ersten Cousins und Cousinen zu klatschen und zu pfeifen, zwei nach acht gehen vorne bei den Jüngsten die Arme zur La-Ola-Gymnastik hoch, sechs nach taucht der erste Scheinwerferkegel auf, zwei Minuten später kommen die Musiker aus einem Seitengang, aber es dauert bis elf nach acht, dann geht endlich das Licht aus, von irgendwoher strömt Frischluft durchs Stadion und er schlenderthüpft nach vorn: „Guten Abend, Gelsenkirchen, guten Abend Schalke, guten Abend, Heimat!“ Und: „Wahnsinn“, staunt er, „was für ein Empfang, was für ein Druck!!“